Freitag, August 31, 2007

Filmszenen I ...GOTT STRAFT MICH!...in: Schatz von Troja Teil 9.

15.07.2007 um 07:55 Uhr

Filmszenen I ...GOTT STRAFT MICH!...in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja Teil 9. Heino Ferch - Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi, 2006-07

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja

"...GOTT STRAFT MICH!" in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 9 Heino Ferch - Heinrich Schliemann. Buch: Don Bohlinger. Regie: Dror Zahavi. 2006-07

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Sophias Kraft.

Sophia war abgereist, hatte Schliemann und das Lager verlassen.

Zu Hause bei den Eltern hat sie die Zeit, zu überlegen, was sie will. Die Pause bringt für sie Klarheit.

Sie reist wieder nach Hissarlik, jetzt aus freiem Willen. Der junge Demetrius bleibt allein zurück.

Lydia und Yannakis begrüssen Sophia im Ausgrabungslager

Sophia wird mit großer Freude von Yannakis und Lydia empfangen.

Schliemann ist noch sehr vorsichtig, kühl. Ihre zarten Annäherungssignale, ein Lächeln, eine Berührung am Arm, -abends im gemeinsamen Schlafzelt als er sich wäscht, („..wir können kaum unsere Augen von der dunklen Haarlinie lassen, die über Magen und Bauch zieht und unter dem Nabel..“ Halt! Schon wieder falscher Film!: „Deutschlandlied .“ Dort ging die Toilette am Waschtisch ja auch erfreulicher zu Ende.) übersieht er mit voller Absicht.

Man legt sich schlafen, jeder auf seiner Seite des Zeltes.

Sophia meint: die Eulen schweigen und: - es rieche nach Regen! Schliemanns Antwort:

Unsinn. Wir haben Hochsommer. In dieser Gegend regnet es im Sommer nicht.

Das war das letzte Wort, das in diesem Lager auf trockenem Boden gesprochen wurde. Ein Donnerschlag. Regen. Regenmassen sintflutartigen Ausmaßes.

Die Szene.

Die Arbeiter flüchten unter das große Zeltdach. Schliemann nicht. Er gräbt wie ein Berserker weiter. Man steht dicht gedrängt und betrachtet verständnislos Schliemanns Wüten. Der junge Wiener Bergbauingenieur Theo spottet über Schliemann:

Theo:

Er ist Preusse. Und die Preussen glauben, wenn sie Pause machen, erschlägt Gott sie mit einem Blitz.

Alle lachen.

Yannakis weiss, was nach dem Regen kommen wird: Die Hitze, die Mücken - und mit ihnen die Malaria, Fieber.

Ein Bote reitet herbei, gibt Schliemann, der allein draußen bis auf die Haut durchnässt mit der Spitzhacke gräbt, einen Brief.

Schliemann legt sein Werkzeug beiseite, öffnet das Schreiben mitten im Regen, der wie aus Schleusen vom Himmel gischtet.

Er bricht in die Knie.

NEIN! Ein Schrei.

Schnitt.

Bei den Arbeitern. Wir stehen zwischen den Leuten und sehen zu dem Mann hinüber, der dort drüben mitten in seinem persönlichen Traum kniet, der in diesem Moment nur noch Schmutz und Schlamm ist.

Er scheint zu weinen, hält den Brief starr vor sich. Sophia rennt zu ihm hinüber, stürzt, schlägt der Länge nach in den Schlamm.

Schliemann hat den Brief mit der Nachricht vom Tod seines Kindes geöffnet

Sophia packt ihn, an den Armen, im Gesicht. Der Mann ist völlig unzugänglich, ihre Hände berühren ihn, aber er scheint nichts an sich heran zu lassen.

Sophia bestürzt: Was ist denn passiert? Bitte sag´es mir!

Schliemann sieht nichts. Er fühlt nicht, dass Sophia ihre Hände gegen seine Brust gelegt hat. Er reagiert auf nichts, schreit:

Es ist meine Schuld! Ich hätte nicht weggehen dürfen!

Er scheint sich aus Sophias Nähe wegzuwinden.

Wofür?

Er brüllt, sein Schmerz scheint eine Tonnenlast.

Schnitt.

Wir sehen die Arbeiter. Hören den Mann dort im draußen im Dreck.

Mit mosaischer Wucht brüllt er seine Verzweiflung heraus.

Gott straft mich!

Sein ganzer Körper scheint das zu schreien. Gott straft mich!

Sein Gott ist ein rächender, ein erbarmungsloser, ein wütender Gott.

Natalia, sein Kind, ist nicht mehr. Schliemann gibt sich die Schuld dafür, dass ihm sein Kind entrissen wurde. Er war nicht da, nicht aufmerksam genug, mit anderen Dingen beschäftigt, als der Erlkönig nach dem Kinde griff.

Schliemann lässt augenblicklich das Ruder fahren. Er legt sich, innerlich völlig abwesend, im Zelt auf sein Lager nieder. Sophia muss ihn ausziehen, er bemerkt nichts mehr.

Schliemann liegt mit Malaria auf Leben und Tod

Das Fieber, das ihn ergreift, trägt ihn beinahe „..in jenes unbekannte Land, aus des´ Bezirk kein Wanderer wiederkehrt.....“(Shakespeare, Hamlet, III,1).

Jetzt beweist Sophia ihre Stärke, sie pflegt ihn.

Yannakis Vorhersage trifft ein. Kaum ist der Regen vorüber, beginnt die Malariaepidemie. Ein Krankenlager wird errichtet, Sophia pflegt auch hier die Menschen.

Und als Schliemann die Fieberkrise überwunden hat, aber richtungs- und willenlos herumsitzt, ist es Sophias Feuer, das die Glut seines Willens wieder anbläst.

Sie appelliert an seine Verantwortung für die ganze Unternehmung und alle Menschen, die mit und für ihn hier an dem Projekt arbeiten.

Schliemann steht auf. Es geht weiter.

2006-2007 Heino Ferch (im Alter von 43) - Heinrich Schliemann, Merab Ninidze – Yannakis, Max von Thun – Theo Glauser, Mélanie Doutey – Sophia, Cordelia Wege – Lydia.

Kommentar:

s.a. Audio CD „Ostern“: Heino Ferch liest Texte aus dem (Neuen und ) Alten Testament: Textauszug:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?

Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen, ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest Du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute, und verachtet vom Volke.

Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf.(...) Auf Dich bin ich geworfen, von Mutter Leib an.

Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe.

Denn es ist hier kein Helfer.

Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt, ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe.

Ich bin ausgeschüttet wie Wasser.

(Man beachte, dass es in dieser Szene regnet wie wahnsinnig.)

Alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst. Mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.

Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherbe und meine Zunge klebt mir am Gaumen. Ich kann all meine Knochen zählen.

Sie aber schauen zu und sehen auf mich herab. (Man beachte: die Leute müssen auf ihn herabsehen, da er kniet!)

Liebe Leser, Sie können uns gerne einen Vogel zeigen, wir bleiben dabei:

Diese Szene hier und die folgende der Erkrankung setzt m.E. im Subtext und im Kontext der Filmarbeit des Darstellers genau diesen AT-Text oben um.

Deshalb versteigt sich Theo auch hier zu einer Verspottung.

Es gibt eine einzige Abweichung vom Bibeltext. Dort steht: Denn es ist hier kein Helfer. Wir sehen den Helfer: Es ist Sophia.

Wir glauben, dass auch diese Abweichung zum Erzeugen genau dieser symbolischen Bedeutung bewusst inszeniert ist, also mit dem Regen, mit der Gruppe, die auf Schliemann starrt, mit dem Wechsel Sophias von der Gruppe hin zu Schliemann.

..in echten Ferch-Filmen fällt keine Stecknadel aus purem Zufall.Je länger man das Gesamtwerk beobachtet, desto faszinierender erscheint dessen Stimmigkeit, jedes Detail hat seinen Platz und trägt zu einem konstanten Gesamtbild bei, das durch alle Projekte durchscheint wie ein Palimpsest, kein Fadenende hängt irgendwo lose...)

zur Interpretationsmethode: s.a. Wittkower, Rudolf: Die Interpretation visueller Symbole in der Bildenden Kunst. in: Bildende Kunst als Zeichensystem: Ikonographie und Ikonologie. ed.: Kämmerling, Ekkehard. Dumont, Köln, 1979, S. 226 - 256

Thann

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Donnerstag, August 30, 2007

Filmszenen I ...Ich bin kein Meister.. Teil 8B in: Schatz von Troja.

09.07.2007 um 09:58 Uhr

Filmszenen I ...Ich bin kein Meister im Nichtanstrengen... Teil 8B in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Heino Ferch - Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi. 2006-2007

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja - Thema Heinrich und Sophia

Filmszenen I ...Ich bin kein Meister im Nichtanstrengen... Teil 7B in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Heino Ferch - Heinrich Schliemann. Buch : Don Bohlinger. Regie: Dror Zahavi. 2006-2007

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Die Szene

Nacht. Hissarlik.

Nach der Arbeit in der Hitze des Tages erfrischt die Abkühlung, die der Abend bringt.

Ein sterninkrustierter Samthimmel überspannt nachtblau Lager und Zelte von Hissarlik.

Es war, als hätt´ der Himmel
die Erde still geküsst..

Die Arbeiter sitzen unten um ein Lagerfeuer.

Heinrich und Sophia finden wir am Rande der Ausgrabungsstätte. Sie haben auf den obersten Stufen einer freigelegten Mauer Platz genommen und blicken hinunter auf ein Märchenbild aus Tausend und einer Nacht.

Direkt über ihren Köpfen glänzt die silberne Münze eines orientalischen Halbmondes.

Musik erklingt, eine Darbuka wirbelt, eine Hirtenflöte findet ihre Melodie...

..Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus..

Wir treten dicht neben den Mann und seine Frau. Beide blicken zum Lager hinunter.

Schliemann:

Manchmal... sagt er.... ist es fast so, als könnte ich sie sehen...

Sophia: Wen?

Schliemann:

Paris und Helena. Nach ihrer Flucht aus Sparta... müssen sie geglaubt haben, sie seien in Sicherheit. Weil sie ihr Ziel erreicht hatten.

Zwei Menschen gegen den Rest der Welt.

Wir treten hinter die Beiden. Am Lagerfeuer wird jetzt getanzt. Um eine einzelne Tänzerin hat sich ein Kreis gebildet. Die Männer klatschen im Rhythmus.

Schliemann: Sie glaubten wohl, endlich Frieden gefunden zu haben.

Sophia hört zu.

Seine Worte bleiben nicht ohne Wirkung. Sie lächelt.

Schüchtern hat Schliemann, versteckt in den Figuren von Paris und Helena, etwas über sich erzählt, über seine Sehnsucht.

Seine Worte haben ihn in sich eingesponnen, er blickt in den Frieden und die Fröhlichkeit der Menschen dort unten im Zentrum seines Lagers.

Sophia gibt ihm einen Impuls:

Wir haben noch nie getanzt.

Schliemann, immer noch schüchtern, zieht sich zurück wie eine Schnecke, deren Fühler jemand berührt hat, schüttelt den Kopf:

Oh, ich bin kein besonders guter Tänzer.

So steif er lächelt, sein Blick kokettiert doch gleichzeitig aus dem Augenwinkel mit dieser jungen Frau und ihrer Aufforderung.

Sophia: Bevor wir uns begegnet sind, war ich auch keine gute Archälologin.

Versuch´es!

Schliemann: Was?

Sophia: Tanzen!

Oh nein!

Doch! Lass es uns versuchen. Komm schon!

Sophia steht auf und nimmt Schliemanns Hand, um ihn hochzuziehen.

Er gibt nach. Stellt seinen Weinbecher ab und erhebt sich langsam.

Standfoto aus Der geheimnisvolle Schatz von Troja Schliemann und Sophia beginnen einen Tanz

Sie stehen voreinander. Er unsicher, ein bisschen weich in den Knien, aber gleichzeitig ganz interessiert. Sein Blick fragt nach einer Bewegung, die Sophia ihm auch sofort zeigt.

Sie hebt die Arme und dreht sich ein wenig zum Takt der warmherzig melancholischen Melodie.

Schliemann und Sophia wechseln aneinander vorbei die Seiten.

Als Schliemann sich ihr wieder zudreht, ist dies bereits der erste Schritt einer bezaubernden kleinen Tanzfigur, die beide gleich noch einmal wiederholen.

Sophia breitet die Arme aus, variiert den Platzwechsel mit einer Drehung vor seinem Gesicht.

Sophia: Nicht so sehr anstrengen! Ihre Hand streichelt seine Wange, ermuntert ihn.

Schliemann sehr schüchtern, bis zur Schmerzhaftigkeit versteift lächelnd: Du kennst mich. Ich bin kein Meister im Nichtanstrengen.

Jetzt haben sich ihre Hände gefunden. Schliemann führt Sophia, beide versuchen vorsichtig eine Sirtakibewegung, die gelingt.

Sophia: Ja, gut!

Beide breiten die Arme aus, Platzwechsel und Drehung sind die gemeinsam gefundene Sprache, die Bewegungen harmonisieren sich vollends.

Schliemann wagt jetzt sogar solo eine kleine Sirtakifigur.

Sophia: Hey, das machst Du gut, wer hätte das gedacht!

Schliemann dankt dem Kompliment mit einer Verneigung, die gleichzeitig Tanzfigur ist.

Er: Noch einmal?

Sie: Sehr gern..

Große Totale.

Unter einem bethlehemischen Nachthimmel glüht wie ein Glühwürmchen eine kleine Stelle, das Lager, der Platz dieser Menschen dort-.

Flog durch die stillen Lande,

...Als flöge sie nach Haus.

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2006 – 2007 Heino Ferch (im Alter von 43 ) – Heinrich Schliemann, Mélanie Doutey – Sophia Engastromenos-Schliemann.

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Kommentar 1:

Gedichtzitate aus:

Josef von Eichendorff:

Mondnacht.

Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküsst
,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis´ die Wälder,

So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus
,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

..issauchnSchubertlied->->

Kommentar 2:

Für diejenigen unter Euch, die andere Filme mit HF kennen (Comedian Harmonists, Der Tunnel), - und das sind wahrscheinlich die Mehrzahl,- wird es vielleicht, wie für uns, ein ganz besonderes Vergnügen gewesen sein, die schüchtern steifen und ungelenken Tanzbewegungen von Schliemann mitzuerleben.

Die Darstellung spielt mit dem hundertprozentigen Gegenteil dessen, was in den tänzerischen Möglichkeiten des Darstellers liegt und ist deshalb so ungemein reizvoll und hinreissend. (siehe dazu Comedian Harmonists: Tango->-> )

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Kommentar:

s.a.

Kommentar 3:

Cover Hörbuch Die Ilias von Homer. Gelesen von Rolf Boysen

Rolf Boysen liest die Ilias von Homer->

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wir begrüssen Besucher von der hmt-rostock.de der Hochschule für Musik und Theater Rostock.


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Filmszenen I ...weil wir besser verstehen,..in: Schatz von Troja. Teil 7

Filmszenen I ...weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 7 Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi. 2006-2007

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja - Thema Heinrich und Sophia

...weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6 . Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi. 2006-2007

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"...Der Deutsche kommt!"

Blick aus Sophias Mädchenzimmer im ersten Stock des Hauses hinweg über ein Vordach, das ein Meer von kardinalroten Bougainvillea- Blüten überwächst, hinunter in den Hof des Hauses.

Ankömmling Schliemann ist ganz nach neuester Mode im Englischen Stil gekleidet: grauerCut, Bowler, Gehstock. Man spricht schon eine Weile. Wir hören: Georgios erzählt uns, dass Sie bald wieder fahren, um nach Troja zu suchen.

Schliemann: Ja, das ist richtig, In unser Blickfeld kommt hier im Zimmer ein Kopf: Sophia tritt ans Fenster, um einen ersten scheuen Blick auf den Mann zu werfen, den sie heiraten soll.Schliemann erzählt gerade eine kleine Anekdote, die seinen Impetus illustiert, hier

und heute nach etwas zu suchen, dessen wahrhafteExistenz ihm nur seine Phantasie, sein fester Glaube zuraunt. Schliemann: In dem Dorf in Norddeutschland in dem ich aufgewachsen bin, da gibt es gleich hinter unserem Haus einen kleinen Teich. Man sagt, dass jeweils

 um Mitternacht...Sophia öffnet den Fensterflügel, um besser hören zu können. Schliemanns Stimme dringt nun deutlicher zu uns herauf....eine Maid aus dem Wasser steigt mit einer silbernen Schale in den Händen. Ich war überzeugt davon, dass es diese Schale gab – und jedes Mal, wenn mein Vater die

 Armut der Familie beklagte, dachte ich: warum gehen wir nicht einfach zu dem Teich und bitten die Maid um die silberne Schale? Sophias Vater amüsiert die Unschuld dieser kleinen naivenPointe. Er resumiert: Sie suchen also nach Gold und Silber. Schliemann:

 Ich bin auf der Suche nach der Wahrheit. Ich denke, dass wir dazu verpflichtet sind – Weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen... 2006-2007 Heino Ferch – Heinrich Schliemann.

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Kommentar: Wie auch die emblematische Komödie "Vom Suchen und Finden der Liebe" hat auch dieser märchenhafte Abenteuerfilm

neben vielen leichtherzig komödiantischen und drolligen Momenten und zutiefst dramatischen Stellen - auch eine Kernfrage, die er in emblematischer Form stellt und beantwortet.

Die Kernfrage des Films lautet: wer bin ich? Wie finde ich zu mir, wie finde ich Frieden?

Der Film antwortet: die Suche im Aussen ist anstrengend und atemlos. Wenn Du aber Dich tief einläßt, tief gräbst, einen Spiegel und ein Du findest, mit dem sich Dein Herz verbinden kann, dann findest Du Ruhe, dann findest Du Dich selbst.

Dann kannst Du den atemlosen Sprint beenden und findest die Fähigkeit, Glück zu fühlen und Glück zu genießen.

Und das Finale gibt der Hoffnung Ausdruck, dieses Glück behalten zu können.

Das erzählt der Film.

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Filmszenen I ...Leben Sie wohl!...Teil 11. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja.

12.08.2007 um 18:42 Uhr

Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Buch: Don Bohlinger, Regie: Dror Zahavi, 2006-2007

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja Heino Ferch - Heinrich Schliemann

C Lichtbildwerke Stephan Rabold für SAT.1

Achtung – Spoiler!!!

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Große Totale.

Morgengrauen. Eine weite Ebene. Am Horizont verdämmern Berge im Blau. Ein langer Weg führt von unserem Standpunkt bis dorthin. Auf halber Strecke ein Pferdefuhrwerk.

Schnitt. Nah. Auf der Ladefläche des Fuhrwerks.

Zwei Beinpaare. Sie gehören zwei Menschen, die dort liegen, einem Mann und einer Frau.

Schnitt.

Wir sehen von oben auf die Oberkörper der beiden herab. Es sind natürlich: Sophia und Heinrich Schliemann.

Beide mit geschlossenen Augen. Sophias Kleid zeigt auf Brustkorbhöhe einen großen – wohl unechten - Blutfleck.

Der Gesichtsausdruck der beiden Scheintoten ist zufrieden, ja, glücklich.

Das Pferdefuhrwerk aus der Halbtotale.

Wir erkennen auf dem Kutschbock die Silhouetten von Demetrius, dem jungen Exfreund von Sophia, der längst Frieden geschlossen hat mit der Situation, Schliemann sogar bewundert. Unter Yannakis Regie hat bei der Entführung von Sophia und Heinrich aus dem brennenden Ausgrabungslager kräftig mitgeholfen. Daneben natürlich – der getreue Yannakis selbst.

Schnitt. Weiter vorne.

Zwei Menschen erwarten das Gefährt. Ein Einheimischer mit Turban und ein Mädchen. Sie sind offensichtlich gerade von ihren Pferden abgestiegen und blicken dem Fuhrwerk entgegen. Es ist der Bauer, der so lange gegen Schliemann gekämpft hatte und das zwölfjährige Mädchen. Das Kind ist die Tochter des Bauern.

Das Mädchen war wieder gesund geworden. Zusammen mit all den Frauen, die in Schliemanns Krankenzelt behandelt und gesund gepflegt worden waren, hatten sie und ihre Mutter zum Dank den Schliemanns bei den Erdarbeiten geholfen.

Oskar Neumann hatte einen Grabungsstopp erwirkt.

Die Arbeiter mussten nach Hause gehen – da kamen die Frauen.

Sie gruben in den entscheidenden letzten Tagen, bis zum glückhaften Fund des Goldschatzes– für Schliemann und seinen Traum.

Schnitt.

Wir sitzen bei Sophia und Heinrich auf der Ladefläche des Fuhrwerks und sehen Yannakis und Demetrius von hinten. Yannakis hält die Pferde an, dreht sich um.

Yannakis zu den beiden Scheintoten: Jetzt können Sie aufstehen.

Die beiden „erwachen“, setzen sich auf und umarmen sich. Die Flucht ist perfekt gelungen. Heinrichs und Sophias Ermordung durch den einheimischen Bauern war eine Finte gewesen, gewitzt erdacht wie von Odysseus, dem Listenreichen, selbst.

Sophia nimmt Bezug auf Schliemanns „Sterbeszene“ im Ausgrabungslager:

Lars Bernsson, Safvet Pascha und Neumann über der \

Das war sehr überzeugend, für einen Augenblick hab´ ich selbst geglaubt, dass Du tot wärst.

Schliemann: Glücklicherweise hat Neumann es auch geglaubt.

Schliemann schwingt sich über die Ladebordwand zu Boden. Er greift unter das Fahrgestell des Wagens und zieht etwas hervor. Vier Satteltaschen und vier Jute-Säcke - offensichtlich Gepäck für zwei Pferde. Er belädt sich mit der Last für ein Pferd, Yannakis trägt die andere. Was die Säcke enthalten, ist klar.

Den Schatz des Priamos.

Die goldenen Artefakte, Halsketten, Armbänder, Ohrgehänge Kopfzier, alles konnte Sophia retten und verstecken.

Sophia nimmt ihre Habseligkeiten auf dem Wagen zusammen.

Yannakis zu Heinrich: Sie haben es geschafft.

Heinrich: Nein Yannakis, wir haben es geschafft.

Schnitt auf den Bauern und seine Tochter, sie warten noch immer.

Schliemann kommt näher, bleibt vor dem Bauern stehen.

Der Mann: Worte können nicht ausdrücken, welcher Dank Ihnen gebühren würde. Sie haben das Leben meines Kindes gerettet.

Schnitt, Gegenschuss auf Schliemann. Wir blicken in sein Gesicht, hören seine Antwort, sehen ihn und das Mädchen.

Heinrich: Ich habe nur gemacht, was jeder Andere auch getan hätte.

Er gibt dem Bauern die Hand. Ich danke Ihnen.

Ohne den Bauern hätte Schliemann den Scheinmord nicht inszenieren und so den Schatz aus dem Lager schaffen können.

Wir blicken mit Schliemann zusammen auf den Bauern und das Mädchen. Der Mann schlägt ein und umarmt Schliemann: Gott beschütze Sie!

Schliemann: Leben Sie wohl!

Der Moment ist gekommen, sich von der Tochter des Bauern zu verabschieden. Wir sehen Heinrich von hinten, das Mädchen lächelt zu ihm auf. Heinrich sagt nichts, streicht dem Kind nur einmal zart über die Wange.

Schliemann verabschiedet sich

Gegenschuss in sein Gesicht.

Wir können Heinrichs Blick auf das Kind sehen.

Liebevoll. Noch immer traurig. Wehmütig.

Eines ist überdeutlich. Hier verabschiedet sich nicht nur der Ausgrabungsleiter von der Tochter eines Arbeiters, nicht nur der Mann von dem Kind, dem er wieder zu Gesundheit verholfen hat.

Hier verabschiedet sich auch ein Vater von einer Tochter, ein Mann von seiner Trauer um sein Kind.

In diesem winzigen Moment der Wehmut, liebevoll und schmerzlich - lässt jemand los.

In der Geste des Abschiedes von diesem Kind hier erlaubt sich Heinrich, seine Trauer loszulassen.

Der Abschied von diesem Mädchen bedeutet für Schliemann auch den Abschied von der akuten Trauer um seine eigene verstorbene Tochter Natalia.

Auch Demetrius wird zurückbleiben.

Zu Sophia.

Nach allem was passiert ist, mag´s merkwürdig klingen aber..

Er zögert.

Sophia hört aufmerksam zu

Dein Mann ist wirklich ein wunderbarer Mensch.

Ja, sagt Sophia, ja das ist er wirklich, Demetrius.

Demetrius: Ich wünsch Euch alles Gute.

Auch für Yannakis und Schliemann sind die letzten Momente gekommen.

Die beiden Männer verbindet weit mehr als Worte. Sie umarmen sich, halten sich lange an den Armen.

Wir sehen, dass aus dem anfänglichen Dienstverhältnis längst eine tiefe Freundschaft geworden ist. Beiden fällt es schwer, voneinander zu lassen.

Schnitt.

Wir stehen hinter dem Bauern und seiner Tochter. Die Beiden haben sich an den Händen genommen. Die Kamera steigt in die Überblicksperspektive.

Sophia und Heinrich reiten weg

Heinrich und Sophia reiten auf zwei Pferden den Bergen entgegen, werden kleiner und kleiner.

Das Abenteuer Hissarlik liegt hinter ihnen - und vor ihnen....- die Zukunft!

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2006-2007 Heino Ferch - Heinrich Schliemann, Mélanie Doutey – Sophia Schliemann-Engastromenos, Merab Ninidze – Yannakis, Kostja Ullmann - Demetrius

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, Neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch in einem Lebenskreis

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegensenden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse.)

Ja. So.

Schneuzgeräusche aus dem Off. ..Da plärrt doch jemand. - Die Ignaz.. !
Die drei anderen Damen im Chor:

Herrgottsack, Ignaz!! Du schon wieder.

Heul doch, Du Sissi.

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Donnerstag, Juli 05, 2007

Filmszenen I Intro zu "Der Tanz" in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Heino Ferch - Heinrich Schliemann. 2006-2007

Filmszenen I Intro zu "Der Tanz" in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Heino Ferch - Heinrich Schliemann. 2006-2007

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja
Bildquelle und Bildrechte Stephan Rabold für ProSiebenSAT.1


...Von der Brücke gesprungen, durch den Wasserfall gerauscht, im Fluss geschwommen und endlich bei Schliemann ins Krankenzelt gelugt...

Dieser Film verlangt unserem Redaktionsteam wieder mal einiges ab.
Aber - wir wollten es ja nicht anders.


But back to "Real Life"...

Schliemann und Sophia haben´s ja nicht unbedingt easy miteinander. Es ist jedoch ein verhaltenspsychologisches Phänomen, dass lange gemeinsam verbrachte Zeit oft Sympathie entstehen läß
t, ja eigentlich: fast immer.

Und wenn dann noch so eine sternklare Nacht hinzukommt, werden Märchen wahr, -
Märchen aus Tausendundeiner Nacht...

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In der Redaktion

Redaktionssitzung vom 05.Juli .2007:


Das Reden tut dem Menschen gut;
Wenn man es nämlich selber tut;

Wir hören Gänsehaftes Geschnatter, denn:

Die Segelflotte der Gedanken,
recht fröhlich fährt sie durch die Schranken

Der aufgesperrten Mundesschleusen...

unserer Damen, in einer Phonstärke, daß man seine eigenen Gedanken nicht mehr hören kann.


Frau Wrobel (klopft an ihr Sektschorle-Glas):

Meine Damen, meine Damen!! Bitte! Bitte Ruhe! Also:

Die Schliemanns werden sich heute Nacht näher kommen.

Sondereinsatz für uns. Wir müssen hören, was sich die zwei einander zuzuflüstern haben.


Frau Dito:

Und wie sollen wir das anstellen? Die Beiden sind von hundert Arbeitern umgeben. Da bemerkt man uns doch sofort. Und dann kassieren wir augenblicklich einen saftigen Raussschmiss.

Frau Wrobel:

Wir werden es machen wie Kara Ben Nemsi und sein Getreuer Hadschi Halef Omar in dem ausgezeichneten Roman von Karl May: "Durchs wilde Kurdistan": Wir teilen uns auf.

Frau Glaser lenkt die Leute ab und Frau Ignaz schleicht sich derweil an.

Frau Glaser:

iiiCH?! Ich...ablenken, wie denn, soll ich denen etwa ein Bild malen?


Frau Wrobel:

Nicht ganz. Nicht ganz. Sagen wir mal: ein bewegtes Bild.

Frau Glaser:

Bewegtes Bild. Aha. Bewegtes....Bild.

Nein!

Nein! Nein und nochmal Nein.

Nie im Leben. Ich tanze nicht.

Schnitt.

Der folgende Film zeigt uns, wie großartig sich Frau Glaser bei ihrer Chefin Frau Wrobel durchsetzen konnte.

Wir sehen die Damen Glaser (in Dienstkleidung mit dem roten Filmszenen-T-Shirt) und Dito bei ihrem ausländischen Volkstanz "Sevillana" während des nächtlichen Festes in Hissarlik.

Die Hupfdohlerei samt Einritt auf einem karierten Norwegerpony zog im übrigen alle Blicke auf die Beiden, so dass sich Frau Ignaz ganz bequem zwischen den angebundenen Reitpferden hindurch an die Schliemanns heranrobben konnte, die sich ein ruhiges Plätzlein am Rande der Lagerfeuers ausgesucht hatten.....

Generalprobe Shownummer Sevillana Reiterparadies Weberhof Holzkirchen

zum Film - Sofort Ansehen auf youTube->->

Film "sophia_heinrich_frauglaser_tanzen.wmv " zum Download zum Ansehen auf Full Screen Size

(noch mehr Hupfdohlen-Fotos? Hier entlang Teil 1-> , Teil 2->)

Kommentar 1: Die gezeigte ist eine Amateur-Fantasy-Sevillana. Der Körperausdruck und die Armbewegungen sind Fantasy. Bitte zu Hause nicht in diesem Stil nachmachen - es ist FALSCH!


...noch eine kleine Flamenco-Parodie? Schaut Euch "Comedian Harmonists" an! "Schöööne Isabella von Kastilien, pack Deine ganzen Utensilien und komm´zurrrück zumirnach Spanien!.."..und achtet auf den dritten Sänger von rechts. Isser nich süß mit seinem Menjou-Bärtchen und dem Sombrero?

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Filmszenen I ...weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen.

Filmszenen I ...weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6A Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi. 2006-2007

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja - Thema Heinrich und Sophia
Bildquelle und Bildrechte Stephan Rabold für ProSiebenSAT.1

...weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6A . Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi. 2006-2007

"...Der Deutsche kommt!"

Blick aus Sophias Mädchenzimmer im ersten Stock des Hauses hinweg über ein Vordach, das ein Meer von kardinalroten Bougainvillea- Blüten überwächst, hinunter in den Hof des Hauses.

Ankömmling Schliemann ist ganz nach neuester Mode im Englischen Stil gekleidet: grauerCut, Bowler, Gehstock. Man spricht schon eine Weile. Wir hören: Georgios erzählt uns, dass Sie bald wieder fahren, um nach Troja zu suchen.

Schliemann: Ja, das ist richtig, In unser Blickfeld kommt hier im Zimmer ein Kopf: Sophia tritt ans Fenster, um einen ersten scheuen Blick auf den Mann zu werfen, den sie heiraten soll.Schliemann erzählt gerade eine kleine Anekdote, die seinen Impetus illustiert, hier

und heute nach etwas zu suchen, dessen wahrhafteExistenz ihm nur seine Phantasie, sein fester Glaube zuraunt. Schliemann: In dem Dorf in Norddeutschland in dem ich aufgewachsen bin, da gibt es gleich hinter unserem Haus einen kleinen Teich. Man sagt, dass jeweils

 um Mitternacht...Sophia öffnet den Fensterflügel, um besser hören zu können. Schliemanns Stimme dringt nun deutlicher zu uns herauf....eine Maid aus dem Wasser steigt mit einer silbernen Schale in den Händen. Ich war überzeugt davon, dass es diese Schale gab – und jedes Mal, wenn mein Vater die

 Armut der Familie beklagte, dachte ich: warum gehen wir nicht einfach zu dem Teich und bitten die Maid um die silberne Schale? Sophias Vater amüsiert die Unschuld dieser kleinen naivenPointe. Er resumiert: Sie suchen also nach Gold und Silber. Schliemann:

 Ich bin auf der Suche nach der Wahrheit. Ich denke, dass wir dazu verpflichtet sind – Weil wir besser verstehen, wer wir sind, wenn wir wissen, woher wir kommen... 2006-2007 Heino Ferch – Heinrich Schliemann.

- - -

(s.a. Das Baby der sch. T. Micha Brauer liest in einer unglücklichen Situation ein Andersen Märchen vor. "Die kleine Meerjungfrau" Dort geht es ebenfalls um eine Maid, die aus dem Wasser steigt, um mit dem "Schatz" den sie bei sich, in sich trägt, nämlich ihre Liebe, dem Erdling Gutes, Glück zu bringen.)

04.07.2007 um 19:15 Uhr

Filmszenen I link to technocrati

The one and only weblog on film scenes with German actor Heino Ferch.

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Filmszenen I ... Seien Sie ein Mann!...in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6.

Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi, 2006-07

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja Thema Heinrich und Sophia
Bildrechte Stephan Rabold für ProSiebenSAT1

... Seien Sie ein Mann!...in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6. Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Buch: Don Bohlinger, Regie: Dror Zahavi, 2006-07

Die Kirchliche Trauung von Schliemann und Sophia

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Schliemann und Sophia wurden kirchlich von Bischof Vimpos getraut und sind offiziell nun verheiratet. Sein eheliches Recht auf das Beilager seiner Gattin hat Schliemann mit Rücksicht auf die Umstände noch nicht eingefordert.

Er will Sophia Zeit geben, sich in der für sie völlig ungewohnten Situation, fern von zu Hause, fern von den ihr vertrauten Menschen, unterwegs zu einer unbekannten Aufgabe zusammen mit einem ihr gänzlich fremden Mann zurecht zu finden.

So hat sich Sophia auch an diesem Abend der Reise nach Hissarlik schon zum Zubettgehen zurückgezogen. Die beiden Männer, Schliemann und Yannakis, verbringen den Abend in einer Taverne.

Die Szene.

Nacht. Eine pittoreske Gasse der alten Stadt. Mondlicht. Kleine Flammen von Wandfackeln erhellen wie goldflackernde Kugeln das bläuliche Dunkel.

Im Türbogen der Taverne erscheint unser Mann. Er zögert auf der Treppenstufe und setzt dann mit einem Schritt, der übergroß und übervorsichtig ist, seinen Fuss auf die Straße.

Wir wissen sofort: Schliemann ist mindestens so betäubt vom Wein, dass er Abstände nicht mehr richtig einschätzen kann und wahrscheinlich verschwommen sieht. Mit anderen Worten: er ist sehr betrunken.

So sehr, dass er am nächsten Tag wahrscheinlich keine lückenlose Erinnerung haben wird.

Yannakis scheint es nicht viel besser zu gehen. Die Männer blicken zu Sophias Zimmer hinauf.

Yannakis macht Schliemann Mut:

Sie haben lange genug gewartet.

Schliemann nimmt seine Brille und damit auch seinen (letzten Rest von) Scharfblick ab. Er schwankt. Spielt mit den Augengläsern in seinen Händen. Aufsetzen oder Einstecken? Sich zusammenreissen oder sich gehen lassen?

Schliemann, leise, langsam:

... und was soll ich Ihrer Meinung nach tun....?

Schliemann schwankt. Emotional und körperlich. - Wann ist der Mann ein Mann? -

Yannakis:

Seien Sie ein Mann! Nehmen Sie sie. Sie ist eine Frau. Ihre Frau.

Schliemann scheint dumpf zu lauschen. Er scheint auf das eine Steinchen in Yannakis´ Ermunterung zu warten, das der Waagschale „Tu´s“ das größere Gewicht geben wird.

Schnitt.

Im einfachen ländlichen Hotelzimmer der Beiden.

Die Lichter sind gelöscht. Wenig Helligkeit dringt durch die geschlossenen goldgelben Musselinvorhänge von draussen herein. Sophia liegt im Bett.

Die Tür wird aufgerissen.

Schliemann schwankt herein, bleibt stehen. Eine Sekunde gewöhnen sich seine Augen an die Dunkelheit. Er blickt nach Sophia.

Es dauert eine Zeitlang, bis er die Petroleumlampe neben Sophias Bett entzündet hat.

Jetzt sieht er, was auch wir ganz nah bei uns sehen. Sophias na c kt en Fuss. Die Bettdecke scheint verrutscht. Ein nackter Fuss war nicht nur damals, aber besonders im 19. Jahrhundert ein so intensiver erotischer Appell, wie es heute nicht einmal nac kt e Br üst e sind.

Schliemann ist durch seine Betrunkenheit hindurch vom Anblick des nac k ten Frauenfusses geradezu hypnotisiert, erstarrt.

Er legt mit ungelenken Bewegungen Hut, Jacke und Brille ab und nähert sich Sophias Lager.. Er setzt sich auf den Bettrand.

Alles geht sehr langsam, da er permanent um sein Gleichgewicht kämpft.

Close up sein Gesicht.

Ach je! Die Großhirnrinde scheint ausgeschaltet. Da glüht nur noch ein Lämpchen. Da sitzt ein kleiner Junge, nicht älter als ein Jahr, der mit tapsigen Bewegungen das bunte Spielzeug zu berühren versucht, das da vor ihm glänzt.

Sophia schläft zur Seite gedreht. Ihr üppiges Haar ist, wie ein braunes Lockenmeer, um ihren Kopf herum auf dem Lager ausgebreitet. Schliemanns Berührung ihrer Wange, ihres Halses und ihrer Schulter ist zaghaft und sehr unsicher, fast schon gelähmt und weckt sie erst, als er die Hand schon wieder zurückzieht.

Sie fährt herum. Ärgerlich alarmiert.

Was machst Du da?

Schliemann versucht, seine Hand über ihren Körper gleiten zu lassen. Sophia stößt sie weg:

Hör´auf damit! Sagt sie und dreht sich wieder zur Seite.

Schliemann stützt beide Arme zu ihren Seiten ab, fängt sie damit quasi ein und versucht mit einem plötzlichen Vorbeugen, ihren Hals zu küssen.

Sein Gewicht lastet auf ihr. Der harte Stoff seiner Weste kratzt durch das dünne Nachthemd hindurch auf ihrem Leib und seine Uhrkette drückt sich in ihr Fleisch. Sein Fuselatem streift sie.

Sie windet sich voller Ekel.

Du bist meine Frau! rechtfertigt er sein Tun.

Er hält ihre Arme fest.

Das macht ihr keine Angst, nein, sie ist wütend:

Ich bin nicht Deine Frau! Ich bin Dein Eigentum!

fährt sie ihn an. Sie versucht tapfer, sich seinem Griff zu entwinden.

Ihre kleinen Anstrengungslaute klingen jetzt doch recht alarmiert. Schliemann versucht noch einmal, ihren Hals zu küssen. Wieder lastet er auf ihr.

Sie sieht von oben auf seinen Scheitel, den Scheitel eines fünfundzwanzig Jahre älteren Mannes. Wir fühlen ihre Angst, ihre Abwehr. Er ist alt und hässlich. Ihr Gefühl versucht ausschließlich, einen ekelhaften Angriff abzuwehren.

Die Liebkosung ist zu einer armen, für beide traurigen und für Schliemann beschämenden Angriffsgeste entstellt. Sie mag das nicht, sie mag ihn nicht.

Sophia, hart und deutlich:

Du weißt, dass ich es nicht will! Aber nur zu, wenn Du es so haben willst.

Ein drittes Mal legt er sich über sie. Jetzt macht Sophia sich steif, so lange, bis er begreift.

Er fährt zurück, lässt von ihr ab. Sophia hatte im Ekel die Augen geschlossen. Jetzt brennt ihr Blick auf ihm, scheucht ihn zurück. Er starrt einen Moment böse, steht endlich auf.

Sein Fußtritt gegen die Petroleumlampe löscht das Licht. Der Glaszylinder zerbricht auf dem Boden.

Na, gut Nacht.

2006 – 2007 Heino Ferch – Heinrich Schliemann, Mélanie Doutey – Sophia Engastromenos, Merab Ninidze – der getreue Yannakis

- - -

(Kommentar 1 :


Die erotische Anziehungskraft na ck ter (Frauen-) füße wird sanft, aber deutlich wahrnehmbar in mehreren Projekten immer wieder thematisiert. Z.B. in „Wer Kollegen hat...“ die nac kt en Füße der Controllerin, in die sich der Protagonist verliebt (die sprachliche Doppeldeutigkeit ist gewollt), oder „Luftbrücke“ Philipp Turner ist bei einem Zusammensein seiner Geliebten, Luise, ganz bekleidet – bis auf seine Füße: die sind nac k t. Und hier: Sophias na ckt er Fuss ist für den Mann anziehend bis zur hypnotischen Erstarrung..

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Filmszenen I Warum sagen wir nicht : das Eine schließt das Andere nicht aus? Teil 5 .

Heino Ferch – Heinrich Schliemann. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Regie: Dror Zahavi. 2006-07

Teaser - Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja

"...Warum sagen wir nicht: das Eine schließt das Andere nicht aus? ..." . Heino Ferch – Heinrich Schliemann. in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 5. Buch: Don Bohlinger, Martin Rauhaus, Regie: Dror Zahahvi. 2006-2007

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Vor der Szene

Die drei Männer blicken über das Geländer der Brücke hinab. Fünfzig Meter unter ihnen glitzert smaragdgrün und in ruhigem Fluss das Wasser. – Nirgendwo eine Bewegung, ein Kopf, Hilferufe... Schliemann ist verschwunden.

Yannakis:

Wir müssen flussabwärts suchen.

Schnitt.

Inzwischen:

da...im Wasser!!:

Frau Ignaz schwimmt Schliemann hinterher

Schnitt.

Nahaufnahme eines Oberarms. Zwei Hände eines Helfers umwickeln den Arm mit einer breiten Binde. Obwohl schon einige Lagen gelegt sind, durchtränkt helles Rot den Verbandsstoff. Die Wunde blutet offensichtlich noch heftig.

Halbtotale. Schliemann, Yannakis und Lars Bernsson und Glauser im Krankenzelt.

(wie kommt der Mann nur zu DIESEM Namen?? Es gibt Millionen andere Österreichische wie zum Beispiel Hrdlicka oder Hawelka oder Wessely oder Deibler oder Heppler oder Perschl, Pichler oder Pösner, Schwarzenberg, Strauss, Trauttmann, Vogt oder Wagner. ..nee, nee Glauser. Der Mann kommt aus Wien und hat einen Schweizer Namen.)

Yannakis zu Schliemann: Wer hat das getan?

Schliemann: Ein paar von den Bauern.

Yannakis kennt die Menschen hier. Er meint:

Ohne Erlaubnis hätten sie das niemals gewagt. Nein. Das war nicht ihre Idee.

Glauser (der aufgrund eines schier unfassbaren Zufalls zwar seinen historischen Namen Adolphe Laurent verloren, just aber auch agrad den Glauser gewonnen hat und so fast namensgleich mit unserer Frau Glaser ist. Unser Glauser hier macht doch tatsächlich einen Querschnitt durch die Geschichte des Areals, (das Areal ist m.E. Symbol für die Karriere eines Mannes, nämlich unseres Hauptdarstellers) - und unsere Frau Glaser hier machte in den vergangenen zwei Jahren doch tatsächlich einen szenarischen Querschnitt durch die Geschichte der Karriere unseres Hauptdarstellers. 

Trotz allem ist die Namens- und (symbolische) Funktionsgleichheit REINER ZUFALL. Dass der Himmel über unseren Köpfen und die Erde unter unseren Füßen ist, ist übrigens ebenfalls der SCHIERE ZUFALL!!.- Wie bitte? Das sieht NICHT nach Zufall aus...aber, aber, meine Herren, werte Damen, ich bitte Sie. Ach, - und noch etwas: Dieser Herr Stölzl, den Schliemann um die Entsendung von Glauser bittet...da gab es doch tatsächlich einen Direktor des Historischen Museums Berlin gleichen Namens. Das Historische Museum Berlin ist ein Ort, an dem ein Schauspieler sicherlich einige Recherchestunden absitzt, da er dort alles finden kann, was Alltagskultur zu Schliemanns Zeiten betrifft...aber egal.)

... äußert einen Verdacht:

Safvet Pascha!

So falsch liegt er damit nicht.

Yannakis, der Getreue:

Der kommt auch noch dran. Aber zuerst nehm´ ich mir die vor, die das getan haben.

Schliemann wiegelt ab:

Nein, nein. Wir werden die Einheimischen brauchen, wenn wir die Grabung fortsetzen.

Glaser, äh Glauser unter seinem sommerlichen Borsalino hervor:

Die Grabung fortsetzen! Aber sie haben doch gehört, was Pascha gesagt hat, wir haben keine Genehmigung!

Schliemann Sie glauben im Ernst, dass ich jetzt hier alles aufgebe?

Glauser, der Gutste: Aber Sie hätten tot sein können. (Frau Ignaz in Erinnerung an das soeben Erlebte: Wem sagen Sie das?...)

Schliemann, fatalistisch grimmig:

Ich wäre nicht er Erste, der für Troja gestorben ist.

Yannakis ist mit seiner Verarztung fertig und hilft Schliemann in den Hemdsärmel. Schliemann: Danke.

Während er sein Hemd schließt, fährt er fort:

Ich habe beste Kontakte zu Bismarck...Ich werde morgen nach Berlin reisen.

- - -

Oskar Neumann, der Schliemann für tot hält, besichtigt inzwischen zusammen mit Safvet Pascha die Grabung. Glauserchen, Bernsson und Schliemanns Getreuer Yannakis belauschen Neumann im Gespräch mit Pascha. Neumann möchte sofort das Projekt übernehmen, um den Projekterfolg auf seine Fahne schreiben zu können.

- - -
Die Szene

Musiksaal Schloß Sanssouci Potsdam

Ein exquisiter Rokoko-Gartensaal im Schloß Sanssouci in Potsdam bei Berlin . Kristalllüster, Rocaillenornamente, zierliche Möblierung, florale Muster in den Wandpaneelen, die Farben Gold und Grün herrschen vor.

Bismarck und einige hohe Offiziere umstehen einen Tisch und studieren eine geografische Karte: einen Schlachtplan.

Durch die hohe offene Doppelflügeltür nähert sich aus dem Hintergrund ein Mann. Sein Schritt ist schnell, sein Auftreten entschlossen: Schliemann.

Bismarck richtet sich auf , gestört vom lauten Schrittgeräusch der Absätze und des Gehstockes auf dem Parkettboden. Er erkennt den Mann im zivilen dunklen Gehrock.

Bismarck (August Schmölzer)
Standfoto C Stephan Rabold
Bismarck: Schliemann!

Schliemann grüßt mit einer recht knappen Verbeugung, die nicht umfangreicher ausfällt, als ein Neigen des Kopfes. Uns signalisiert dieses Verhalten einen erstaunlich hohen Vertrautheitsgrad unseres Mannes mit dem preussischen Ministerpräsidenten.

Schliemann kommt einen Schritt näher.

Bismarck Willkommen an der Front!

Schliemann: Ich danke Ihnen. Von der Silberkrücke seines Gehstockes macht er seine Rechte für einen Handschlag frei, den Bismarck anzubieten im Begriffe ist.

Bismarck Wie ich höre ...leicht scherzhaft: ....führen Sie Ihren eigenen Krieg dort unten...

Schliemann nimmt den scherzenden Ton auf:

Ein Vergleich, dem so mancher Archäologe zustimmen würde.

Bismarck: Was isses noch gleich, was Sie da suchen? Das Orakel von Delphi?

Schliemann, sehr selbstbewusst: Das Gold von Troja.

Bismarck. Schade. Das Orakel von Delphi hätte mir vielleicht sagen können, woher ich mitten im Krieg mehr Blei, Salpeter und Schwefel bekomme

Schliemann, nicht faul:

Sie - könnten einen ehemaligen Rohstoffhändler fragen und der - könnte sich mit seinen ehemaligen Geschäftspartnern in Verbindung setzen.

Bismarck begreift sofort. Er bietet Schliemann an, sich zu setzen.

Die Herren Offiziere ziehen sich zurück.

Ein Vieraugengespräch beginnt.

Bismarck:

Bitte!
Bismarck deutet auf einen seidenbespannten Stuhl.

Die Beiden nehmen face à face an Bismarcks Schreibtisch Platz.

Schliemann stützt mit sehr selbstbewusst raumgreifender Geste den ausgestreckten Arm auf seinen Ebenholz-Gehstock mit der Silberkrücke.

Bismarck Und was würde dieser ehemalige Rohstoffhändler im Gegenzug von mir erwarten?

Schliemann sachlich, ernst aber auch erregt:

Herr Ministerpräsident....alle unsere bisherigen Entdeckungen deuten darauf hin, dass wir Troja tatsächlich gefunden haben.

Es gibt jedoch einen Deutschen Kollegen, der versucht, mich mit allen Mitteln zu beseitigen und alles an sich zu reißen.

Ich denke, Sie wissen, von wem ich rede.

Bismarck... und da haben Sie an mich gedacht.

Schliemann ...und da habe ich an Sie gedacht, ja.

Bismarck Das osmanische Reich ist weit entfernt. Den Türken wird klar sein, dass ich nur mit den Säbeln rassle – falls ich mich für Sie einsetzen sollte.

Schliemann ist ein heller Kopf. Ideen sind gefragt. Imagepflege kann auch dem eisernen Ministerpräsidenten nichts schaden. Schliemann beugt sich vor, beschwörend.

Bitte, Herr Ministerpräsident – Sie sind Soldat.

Ich habe auf dem Flecken Erde gestanden, auf dem sich die größte Schlacht der Geschichte abgespielt hat.

Tausende tapfere Soldaten liegen dort begraben - und nicht das kleinste Denkmal würdigt ihre Opfer.

...Ein Deutsches Denkmal auf osmanischem Boden gerade jetzt, wäre doch...ganz....ja, sogar ziemlich...

Bismarck So altruistisch sind Sie mir gar nicht geschildert worden.

Geht es nicht vielmehr darum, das Ihrem persönlichen Stolz Gerechtigkeit widerfährt??

Das ist der Wurm am Haken: Schliemann verbindet Eigennutz mit (Staats-)Gemeinwohl:

Schliemann Warum sagen wir nicht – das Eine schließt das Andere nicht aus?

Hehre Worte. Aber eigentlich... Genau. So hat er´s gemacht. So macht er´s und so wird er es fürderhin halten. Guter Weg. (Frau Ignaz, das heißt nicht „Guter Weg“ in welchem Jahrhundert sind Sie denn hängengeblieben, das heißt Win-Win-Situation. Gell?)

Bismarck wird sich beim Sultan für Schliemann einsetzen. Das Preussische Konsulat wird Druck auf die osmanische Regierung ausüben. Safvet Pascha und Oskar Neumann, die übrigens auch die Bauern gegen Schliemann aufgestachelt hatten, sind für´s Erste die Hände gebunden.

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2006-2007 Heino Ferch (im Alter von 43) –Heinrich Schliemann, August Schmölzer – Bismarck, Merab Ninidze – Yannakis, Max von Thun – Theo Glaser, äh Glauser, Matthias Koeberlin – Lars Bernsson.

- - -

Kommentar 1:

silberne Krücke, Gehstock? ja, hat der was am Fuss, der Schliemann, oder wie? Neiiin, nein, der hat nix am Fuss. Ein Herr von Stand und Ansehen verließ im 19. Jahrhundert niemals das Haus ohne Hut und: Gehstock.
Der Gehstock ist eine symbolische Übersetzung , ein Relikt des Schwertes, später des Paradedegens oder auch der Reitpeitsche oder -Gerte, die einen Mann als Herrn, als Mitglied höherer Sozialzugehörigkeit auswies. Ein Statussymbol also, wie heute z.B. eine Rolex Oyster am Handgelenk oder ein TT, Z4 oder XJ-Autoschlüssel(anhänger).

Kommentar 2:

(Ein Denkmal verbindet Eigennutz mit Gemeinwohl: s.a. "Deutschlandlied" Das Denkmal aus Holz, das der junge Schreiner Hanno Schmidbauer in kostenloser Arbeit für die Kriegsopfer errichtet , ist gleichzeitig Materiallieferant für Hannos erste Kombimöbel "Daraus bauen wir unsere Zukunft! Ja!")

Kommentar 3:

In eigener Sache: Unsere Top 5 Episoden im Monat Juni:

/ignazwrobel/Filmszenen-Ich-bin-dieses-Ungeheuer-gewesen-Die-Drei/5093/


in: Die drei Musketiere
/ignazwrobel/Filmszenen-Der-Sinn-des-Lebens-ist-das-Leben/257/



in: Single sucht Nachwuchs
/ignazwrobel/Filmszenen-wir-brauchen-Mylady-Die-Drei-Musketiere/5102/i


in: Die drei Musketiere
/ignazwrobel/5086/


Filmtipp Die Drei Musketiere
/ignazwrobel/Filmszenen-Bilder-aus-Nachts-Park-Konto-Vom-Suchen/36/

Zeichnungen Figurenporträts aus verschiedenen Filmen

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Filmszenen I ... Seien Sie ein Mann!...in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6.

Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Regie: Dror Zahavi, 2006-07

Teaser Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja Thema Heinrich und Sophia
Bildrechte Stephan Rabold für ProSiebenSAT1
... Seien Sie ein Mann!...in: Der geheimnisvolle Schatz von Troja. Teil 6. Heino Ferch – Heinrich Schliemann. Buch: Don Bohlinger, Regie: Dror Zahavi, 2006-07

Die Kirchliche Trauung von Schliemann und Sophia

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Schliemann und Sophia wurden kirchlich von Bischof Vimpos getraut und sind offiziell nun verheiratet. Sein eheliches Recht auf das Beilager seiner Gattin hat Schliemann mit Rücksicht auf die Umstände noch nicht eingefordert.

Er will Sophia Zeit geben, sich in der für sie völlig ungewohnten Situation, fern von zu Hause, fern von den ihr vertrauten Menschen, unterwegs zu einer unbekannten Aufgabe zusammen mit einem ihr gänzlich fremden Mann zurecht zu finden.

So hat sich Sophia auch an diesem Abend der Reise nach Hissarlik schon zum Zubettgehen zurückgezogen. Die beiden Männer, Schliemann und Yannakis, verbringen den Abend in einer Taverne.

Die Szene.

Nacht. Eine pittoreske Gasse der alten Stadt. Mondlicht. Kleine Flammen von Wandfackeln erhellen wie goldflackernde Kugeln das bläuliche Dunkel.

Im Türbogen der Taverne erscheint unser Mann. Er zögert auf der Treppenstufe und setzt dann mit einem Schritt, der übergroß und übervorsichtig ist, seinen Fuss auf die Straße.

Wir wissen sofort: Schliemann ist mindestens so betäubt vom Wein, dass er Abstände nicht mehr richtig einschätzen kann und wahrscheinlich verschwommen sieht. Mit anderen Worten: er ist sehr betrunken.

So sehr, dass er am nächsten Tag wahrscheinlich keine lückenlose Erinnerung haben wird.

Yannakis scheint es nicht viel besser zu gehen. Die Männer blicken zu Sophias Zimmer hinauf.

Yannakis macht Schliemann Mut:

Sie haben lange genug gewartet.

Schliemann nimmt seine Brille und damit auch seinen (letzten Rest von) Scharfblick ab. Er schwankt. Spielt mit den Augengläsern in seinen Händen. Aufsetzen oder Einstecken? Sich zusammenreissen oder sich gehen lassen?

Schliemann, leise, langsam:

... und was soll ich Ihrer Meinung nach tun....?

Schliemann schwankt. Emotional und körperlich. - Wann ist der Mann ein Mann? -

Yannakis:

Seien Sie ein Mann! Nehmen Sie sie. Sie ist eine Frau. Ihre Frau.

Schliemann scheint dumpf zu lauschen. Er scheint auf das eine Steinchen in Yannakis´ Ermunterung zu warten, das der Waagschale „Tu´s“ das größere Gewicht geben wird.

Schnitt.

Im einfachen ländlichen Hotelzimmer der Beiden.

Die Lichter sind gelöscht. Wenig Helligkeit dringt durch die geschlossenen goldgelben Musselinvorhänge von draussen herein. Sophia liegt im Bett.

Die Tür wird aufgerissen.

Schliemann schwankt herein, bleibt stehen. Eine Sekunde gewöhnen sich seine Augen an die Dunkelheit. Er blickt nach Sophia.

Es dauert eine Zeitlang, bis er die Petroleumlampe neben Sophias Bett entzündet hat.

Jetzt sieht er, was auch wir ganz nah bei uns sehen. Sophias na c kt en Fuss. Die Bettdecke scheint verrutscht. Ein nackter Fuss war nicht nur damals, aber besonders im 19. Jahrhundert ein so intensiver erotischer Appell, wie es heute nicht einmal nac kt e Br üst e sind.

Schliemann ist durch seine Betrunkenheit hindurch vom Anblick des nac k ten Frauenfusses geradezu hypnotisiert, erstarrt.

Er legt mit ungelenken Bewegungen Hut, Jacke und Brille ab und nähert sich Sophias Lager.. Er setzt sich auf den Bettrand.

Alles geht sehr langsam, da er permanent um sein Gleichgewicht kämpft.

Close up sein Gesicht.

Ach je! Die Großhirnrinde scheint ausgeschaltet. Da glüht nur noch ein Lämpchen. Da sitzt ein kleiner Junge, nicht älter als ein Jahr, der mit tapsigen Bewegungen das bunte Spielzeug zu berühren versucht, das da vor ihm glänzt.

Sophia schläft zur Seite gedreht. Ihr üppiges Haar ist, wie ein braunes Lockenmeer, um ihren Kopf herum auf dem Lager ausgebreitet. Schliemanns Berührung ihrer Wange, ihres Halses und ihrer Schulter ist zaghaft und sehr unsicher, fast schon gelähmt und weckt sie erst, als er die Hand schon wieder zurückzieht.

Sie fährt herum. Ärgerlich alarmiert.

Was machst Du da?

Schliemann versucht, seine Hand über ihren Körper gleiten zu lassen. Sophia stößt sie weg:

Hör´auf damit! Sagt sie und dreht sich wieder zur Seite.

Schliemann stützt beide Arme zu ihren Seiten ab, fängt sie damit quasi ein und versucht mit einem plötzlichen Vorbeugen, ihren Hals zu küssen.

Sein Gewicht lastet auf ihr. Der harte Stoff seiner Weste kratzt durch das dünne Nachthemd hindurch auf ihrem Leib und seine Uhrkette drückt sich in ihr Fleisch. Sein Fuselatem streift sie.

Sie windet sich voller Ekel.

Du bist meine Frau! rechtfertigt er sein Tun.

Er hält ihre Arme fest.

Das macht ihr keine Angst, nein, sie ist wütend:

Ich bin nicht Deine Frau! Ich bin Dein Eigentum!

fährt sie ihn an. Sie versucht tapfer, sich seinem Griff zu entwinden.

Ihre kleinen Anstrengungslaute klingen jetzt doch recht alarmiert. Schliemann versucht noch einmal, ihren Hals zu küssen. Wieder lastet er auf ihr.

Sie sieht von oben auf seinen Scheitel, den Scheitel eines fünfundzwanzig Jahre älteren Mannes. Wir fühlen ihre Angst, ihre Abwehr. Er ist alt und hässlich. Ihr Gefühl versucht ausschließlich, einen ekelhaften Angriff abzuwehren.

Die Liebkosung ist zu einer armen, für beide traurigen und für Schliemann beschämenden Angriffsgeste entstellt. Sie mag das nicht, sie mag ihn nicht.

Sophia, hart und deutlich:

Du weißt, dass ich es nicht will! Aber nur zu, wenn Du es so haben willst.

Ein drittes Mal legt er sich über sie. Jetzt macht Sophia sich steif, so lange, bis er begreift.

Er fährt zurück, lässt von ihr ab. Sophia hatte im Ekel die Augen geschlossen. Jetzt brennt ihr Blick auf ihm, scheucht ihn zurück. Er starrt einen Moment böse, steht endlich auf.

Sein Fußtritt gegen die Petroleumlampe löscht das Licht. Der Glaszylinder zerbricht auf dem Boden.

Na, gut Nacht.

2006 – 2007 Heino Ferch – Heinrich Schliemann, Mélanie Doutey – Sophia Engastromenos, Merab Ninidze – der getreue Yannakis

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(Kommentar 1 :


Die erotische Anziehungskraft na ck ter (Frauen-) füße wird sanft, aber deutlich wahrnehmbar in mehreren Projekten immer wieder thematisiert. Z.B. in „Wer Kollegen hat...“ die nac kt en Füße der Controllerin, in die sich der Protagonist verliebt (die sprachliche Doppeldeutigkeit ist gewollt), oder „Luftbrücke“ Philipp Turner ist bei einem Zusammensein seiner Geliebten, Luise, ganz bekleidet – bis auf seine Füße: die sind nac k t. Und hier: Sophias na ckt er Fuss ist für den Mann anziehend bis zur hypnotischen Erstarrung..

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Filmszenen I Marginalien II zum Film „Der geheimnisvolle Schatz von Troja“: Symbole und Emblematik.


Teaser zum Film

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Symbolik-Emblematik (histor. Beispiel)

Alciati Emblematum Liber Emblematum 110: love of virtue
Alicati Emblematum liber.
Emblematum 110 love of virtue

Text:
Anteros, which is the love of virtue

Tell me where are the curving bows?
Where are the weapons, Cupid, by which you are accustomed to transfix the tender hearts of the young?
Where is your sad torch?
Where are your arrows?
Why does your hand bear three garlands?
Why does your decorated forehead bear another garland?

Nothing in me welcomes the common Venus,
and no form of pleasure has captivated me.
But I kindle in the uncorruputed minds of men
the fires of learning,
and draw their spirits
to the lofty stars.
And out of that very virtue
I weave four garlands,
of which the first,
that of Sophia,
decks my temples.


Offiziell erzählt uns „ Der geheimnisvolle Schatz von Troja“ ein Kapitel aus der Lebensgeschichte einer historischen Persönlichkeit, Heinrich Schliemann. Eckpunkte der Handlung orientieren sich an Irving Stone „Der griechische Schatz“.

Obwohl die Geschichte ganz prächtig in sich funktioniert, hat sie natürlich - wie fast alle Ferch-Filme nach 1997- auch eine emblematische, eine archaische, eine in Bildern sprechende tiefenpsychologische Bedeutungsebene aus dem Blickwinkel der jeweiligen Figur, der wir folgen.

Diese nicht zu kennen, beschädigt das Vergnügen am Film in keiner Weise, aber wir spielen hier ja auf Filmszenen Das Glasperlenspiel...

Was wird uns erzählt?

Entwicklung einer Karriere

Uns wird erzählt - die Geschichte der Entwicklung einer Karriere - und noch einmal: eine Geschichte „Vom Suchen und Finden der Liebe“.

Der Goldschatz (die Suche nach einer Stadt driftet ganz unmerklich im Verlauf der Handlung zu einer Suche nach einem Goldschatz) ist ein Symbol für das Glück eines Lebens.

Um das Glück des Lebens finden zu können, muss man graben, tief hinunter graben, sich einlassen, um sehen zu können, was dort unten verborgen ist.

Nur weil dieser Mann sich entschließt, hinunter ins (noch) Verborgene unter der Oberfläche zu graben, wird ihm das Glück, der Goldschatz, geschenkt. Graben ist viel viel Arbeit, schweißtreibende, mitunter frustrierende Arbeit. Und trotz allen Einsatzes weiss man nie sicher, was dabei herauskommt. (Yannakis zu Schliemann "Troja?! - oder Ziegenstall?" - Etwas Großes, Einmaliges? - oder etwas Belangloses?)

Beachtet in der Filmhandlung:

Der Mann gräbt in allen Stadien der Entwicklung des Grabungsortes immer auch selbst, das heißt, er sucht unter Aufbietung all seiner Kräfte - wie angestrengt er die Lore schiebt, wie er geradezu manisch wütend tiefer gräbt.Bussard kreist am Himmel

Beachtet, er tut den ersten Spatenstich nach der Maßgabe der Fantasie seiner Kindheit: dort kreiste der Raubvogel – hier kreist der Raubvogel, wie damals. Der Vogel – id est, die Erinnerung an die Phantasien seiner Kindertage- dient als Wegweiser.)

Gemeinsames Entdecken des Glücks, des Goldschatzes

Wichtig in dieser Geschichte hier ist, dass beide zusammen, Schliemann und Sophia gemeinsam diesen Goldschatz tief unter der Oberfläche des Alltäglichen entdecken.

Gemeinsam finden die Beiden das Glück, das Lebensglück, undzwar durch gleich starken Einsatz beider Partner. (Sophia war immer wieder stark, wenn Schliemann einen Schwachpunkt hatte, trieb vorwärts, hatte Ideen und hielt durch.) (abweichend von den historischen Tatsachen)

Glaube an sich selbst

Das ist eine Geschichte, die uns von unerschütterlichem Glauben an das Vorhandensein von etwas Bestimmtem, erzählt.

Die Geschichte porträtiert einen Dickschädel, der an das noch Unsichtbare und noch Ungreifbare unbeirrbar glaubt, obwohl er ausgelacht wird. Dieses (Noch-)Unsichtbare sieht zunächst zwar nur er, er dafür aber im Geiste bereits, als wäre es Wirklichkeit. (Yannakis über Schliemann: "Er sagte einmal: Mir ist, als hörte ich Achill sprechen...ich hielt das für Prahlerei...")

Intrige und Diplomatie

Schwierigkeiten tauchen auf. Man intrigiert gegen diesen Mann. Aber: der Mann ist wendig, er hat „the right connections“, er hat die besseren Verbindungen, er hat einen hellen Kopf, verbindet geschickt Eigennutz mit Gemeinwohl und er kann sich aufgrund all dessen seinem Ziel weiter nähern: dem Ziel, zu finden, was er sucht.

(in der Filmhandlung verschafft er seinen Mentoren etwas, was diese benötigen und bekommt dafür ihren Schutz und eine weitere Grabungserlaubnis).

Mehrmals wird er totgesagt. Fehler: Er kommt immer wieder.

Ehemalige und neue Beziehung

Eine ältere Frau spielt noch in die Geschichte hinein, vom germanischen Typ, wie der Mann sie einst gekannt hatte. Am Ende scheint für diese Vergangenheit eine Art Befriedung eingetreten zu sein.

Die junge Frau, von exotisch-dunklem Typ mit dunklen Augen, dunklem Haar und olivfarbenem Teint, fällt diesem Mann nicht einfach so zu. Wir sehen, wie viel Arbeit an sich selbst die neue Beziehung für beide bereit hält. Sophia muss lernen, an Schliemann seine menschlichen Qualitäten zu erkennen, Schliemann muss lernen, sein Ich bei sich selbst und nicht in immerwährender Suche im Aussen zu finden. Beide schleifen sich aneinander, lernen voneinander. Die Belohnung für ihre mühevolle Arbeit ist ein Goldschatz, Symbol für ihr Lebensglück.

Diesen Schatz können die beiden aus der „alten Welt“ , die sich der Mann erbaut hatte (im Film der Großgrabungsstätte Hissarlik) in die „neue Welt“ hinter den grünen Hügeln retten.

Schliemann nimmt den Goldschatz mit sich, als beide, er und seine Frau, im Schlussbild Hissarlik Seite an Seite in ihre gemeinsame Zukunft in den grünen Hügeln reiten.

Befriedung der Nachbarn

Die Geschichte erzählt auch von einem Mann, der sich auf begrenztem Terrain seinen Platz verschaffen will und muss und dadurch Andere, ehemalige Besitzer desselben Terrains, gegen sich aufbringt. Aber, dem Mann gelingt es, nach anfänglichen Fehlern – ein Versuch, sich auf Kosten der anderen durchzusetzen, misslingt und kostet ihn beinahe seine Existenz – durch sozial kompetentes Handeln aus Feinden Freunde zu machen.

(Im Film wird der Besitzer des Terrains aus einem Feind, der auf Schliemann schießt, ein Freund, der sich für die Versorgung seines kranken Kindes bedankt.)

Aus Eifersucht wird Bewunderung

Keine erwachsene schöne junge Frau hat keinen Freund. Auch diese hier nicht, ein gleichaltriger Junge ist ihre Liebe, als der Mann auf den Plan tritt. Der Mann zeigt uns, dass er in der Lage ist, durch ein beachtliches Mass an Toleranz die Glut der Eifersuchtsgefühle auszutreten. Zum Schluss hören wir sogar, dass der junge Mann gelernt hat, Bewunderung für den Älteren zu empfinden.

Eine Tochter

Und dann erzählt uns der Film noch vom Abschied von der Trauer. Das zwölfjährige Mädchen des Bauern ist ganz ähnlich seinem ihm entrissenen Kind. (Die Filmhandlung: Natalia musste sterben, aber die Tochter des Bauern lebt, ihr konnte er helfen. Blicken wir Schliemann in der Schlussszene Hissarlik ins Gesicht, sehen wir deutlich: da verabschiedet sich nicht nur ein Mann von einem Mädchen, sondern auch ein Vater von einer, seiner Trauer um sein Kind.)

Einschnitt - Ende eines Lebenskapitels.

Wir verlassen den Mann in dem Moment, in dem er sich, nun im Besitze seines Lebensglücks, aus Hissarlik, dem gigantischen Grabungsabschnitt, der sich aus mageren Anfängen zu einem komplexen Riesenprojekt entfaltet hatte, entfernt. Ein Lebens-Kapitel ist abgeschlossen. Das neue beginnt dort hinten am Horizont der grünen Hügel.

Gruene Huegel


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Hören statt Lesen siehe auch unser Podcast Filmszenen

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