Donnerstag, Januar 03, 2008

Filmszenen I ...Du hättest tot sein können...in: Der Feuerteufel. Teil 5.



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Heino Ferch - Peter Bender. Buch: Benedikt Roeskau, Regie: Curt Faudon, 1998-99 von: ignazwrobel

Achtung Spoiler!! Der Eintrag verrät die Auflösung!!

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Vor der Szene.

Ein dritter Kassiber landet bei Lena. Dieses Mal zeigt das Blatt eine Allegorie des Todes, ein Skelett in einer Mönchskutte . Untypisch ist das Attribut, das der Todesbote in der Hand hält: Es ist nicht, wie üblich, die Sense, mit der Schnitter Tod das reife Korn des Lebens aberntet, es ist ein Herz.

Schnitter Tod bietet Lena Schubert sein Herz auf offen hingestreckter Hand dar.

Die Versuche des Polizeipsychologen Peter Bender, die ikonografischen Botschaften der Kassiber von Paradies, Weltgericht und Tod zu entschlüsseln, hatten einen blinden Fleck:

er deutete ein Bild aus dem zweiten Kassiber nicht richtig:

Das Herz, das in einer Pfanne geschmort wird. – deutet nicht auf Todeswunsch – sondern:

Es ist ein Bild für unerfüllte Liebesqualen.
Unerfüllte Liebesqualen eines Individuums, der sich als Schnitter Tod, als Richter, sieht.

Der Feuerteufel ist eine Person, die zwei Bedürfnisse treiben:

Geltungsbedürfnis plus unerfüllter Liebeswunsch.

Der Feuerteufel ist ein Mann, der in der Lage ist, Aussagen ikonografisch zu verschlüsseln. Das setzt Interesse an der Bedeutungswelt historischer Bilder, hohe Intelligenz und einen Spezialisten-Bildungsgrad voraus.

Als wir dann hören, dass Professor Peter Grabowski eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hatte, die Hieronymus Bosch die Urheberschaft an dessen Gemälden ab- und dieselbe seinem jungen Werkstatt-Mitarbeiter Pieter Huys zuschreibt, wissen wir, dass Grabowski ein Motiv hat:

sich in der Fachwelt mit seiner These gegen seine Kollegen durchzusetzen.

Und richtig. Grabowskis Professoren-Kollegen werden im Feuer der Brandanschläge vernichtet, ebenso wie die – nach Grabowskis Meinung – unechten Boschs.

Als Grabowski Lena bei sich zu Hause zu einer mystischen Verlobung mit sich zwingt, wissen wir, dass dieser Mann ein gefährlicher Irrer ist. Ein Schnitter Tod, der sich seinen unerfüllten Liebeswunsch mit Gewaltanwendung erfüllen will.

Er lockt Lena in einen Restaurierungssaal des Ephesos-Museums in der Wiener Hofburg . Dort stehen Scheinwerfer-Rabatten mit Glühbirnen als Leuchtmittel.

Lena weiß, dass diese Glühbirnen mit hochexplosivem Hydracin gefüllt sind und per Funksignal, das vom MFV-Ton eines Handy´s ausgelöst werden kann, synchron gezündet werden können.

Grabowskis Psychose wird manifest, Teile seines Ich regredieren in einen kindlichen Status, in dem er sich und Lena Hochzeit spielen sieht. Seiner Gefährlichkeit tut das keinen Abbruch.

Lena weiss, dass Grabowski einen gemeinschaftlichen Selbstmord inszeniert.

Lena und er sollen in den reinen Flammen des Todes vereint werden.

Lena begreift schnell genug. Grabowski wird die Bombe augenblicklich zünden, wenn sie Fluchtbewegungen Richtung Tür unternimmt.

Ein großer Sarkophag steht in der Raummitte. Sein schwerer Steindeckel ist geöffnet, mit einem Metallstab abgestützt.

Lena wirft sich in den Sarkophag und stößt die Stütze um. Der zentnerschwere Deckel knallt zu. Lena liegt im Sarg.

Allerdings nicht ohne ihr Handy. 1520, die Ziffern des Geburtsjahres von Pieter Huys, lösen die Detonation aus. Peter Grabowski verbrennt.

Fertig? Nein, immer noch nicht. Wir wollen einen Kiss-Off, einen echten....

Die Szene.

Im Ephesos-Museum in der Wiener Hofburg .

Lena Schubert liegt im geschlossenen Sarkophag

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Nach der Detonation. Im Sarg. Lena ringt qualvoll nach Atem.

Wir wissen nicht, ob ihre Atemluft bereits knapp ist, oder ob sie aus Angst und Streß glaubt, zu ersticken.

Schnitt.

Im Haupt-Treppenhaus. Wir sehen Bender die Stufen zum Ephesos-Museum herabeilen. Rauch wabert in der Luft.

Wieder im Sarg. Wir fühlen mit Lena die Enge, hören jeden ihrer Atemzüge, ihr Ringen nach Luft.

Von draussen die Stimme Benders aus größerer Entfernung. Er ruft laut Lenas Namen.

Wir sehen, dass Lena im Sarg sich den Schritten zudreht. Die Schritt kommen näher. Sie ist unfähig zu rufen.

Wir fühlen wie es wäre, begraben zu sein, scheintot. Nicht rufen zu können.

Wieder hören wir Peter:

LENA!

Benders Schritte sind jetzt ganz dicht vor dem Sarg.

Lena´s Starrkrampf lässt nach. Sie beginnt zu weinen.

Der Saal nach der Detonation Lena liegt im Sarg

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Vor dem Sarg.

Bender betritt den Raum, geht langsam am Sarg vorbei. Rauch liegt in der Luft.

Er sieht sich um.

Zwei dumpfe Schläge. Lena hat von innen an die Wand des Sarges geklopft.

Klar, dass Bender sie jetzt gehört hat.

Schnitt.

Im Portikus des Museums, in der Vorhalle, von der wenige Stufen durch ein vergoldetes Prachtgitter auf den Heldenplatz führen.

Wir blicken ins Licht. Lena und Peter sind zwei schwarze Silhouetten, wir erkennen trotzdem, dass Peter Lena stützt. Sie sich an ihm festhält.

Draussen.

Lena und Peter machen den letzten Schritt ins Licht und werden von einem Pulk Pressefotografen überfallen. Peter muss sich und Lena den Weg bahnen, die Fotografen wegstoßen. Gezückte Fotoapparate, Lärm, Fragen, man redet auf sie ein.

Eine Gruppe Polizisten schirmt die beiden jetzt ab, begleitet sie weiter.

Schnitt.

Etwas später.

Lena sitzt allein auf dem Basispodest des Reiterdenkmals auf der Platzmitte.

Sie hat von der Polizei eine Decke übergelegt bekommen, in die sie eingehüllt ist, wie in einen Kokon. Scheinbar wollte sie einen Moment allein sein, um sich zu stabilisieren.

Im Hintergrund, golden vom Abendlicht beleuchtet, das Kunsthistorische Museum mit der gigantischen Säulenhalle.

Peter Bender kommt über den Platz auf Lena zu, die Hände in den Manteltaschen.

Wir hören Feuerwehrsirenen, fühlen die Unruhe, die beim Museum noch herrscht. Hier bei uns ist es ruhig.

Peter sieht Lena nicht an. Er setzt sich neben sie. Beide starren vor sich hin.

Nach ein paar Augenblicken, Peter, schüchtern:

…Du hättest tot sein können…

Er wartet, blickt sie an. Lena reagiert kaum. Als sie spürt, dass sein Blick nicht ablässt, dreht sie sich ihm zu.

Sie sieht ihn an, dann, leise:

….ich hab´ Dich vermisst…

Wir haben die beiden schon fast verlassen, gehen weg. Erhaschen gerade noch einen Blick auf Lena.

Ah!

Sie öffnet ihren Schutzdeckenkokon und - küsst ihn. Endlich!

Peter erwidert den Kuss sofort, umarmt sie so fest, wie er es sich wohl schon länger gewünscht – es jedoch nicht gewagt hatte - und hebt sie hoch.

Halten sie sich aneinander fest? Umarmen sie sich?

Beides, beides!…

„…ihrer beider Schatten sehn wie einer aus…“

1998-99 Heino Ferch (im Alter von 35) - Polizeipsychologe Peter Bender, Natalia Wörner - Dr. Lena Schubert, Axel Milberg - Prof. Peter Grabowski

..Der Film ist zu Ende, die Liebesgeschichte am Anfang….

Na, wenn das nix is´…!

- - -

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„…ihrer beider Schatten sehn wie einer aus…“ Zitat aus dem Lied: Lilli Marleen,1939, Hans Leip (u.E. schönste Version von Ulrich Tukur: CD Musik hat mich verliebt gemacht. Reinhören: Titel 20)


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offtopic1:

Gigantischer Image-Trailer von Teamworx. ->
Claim: Making the past come alive (Tunnel, Luftbrücke, Troja, Wunder von Berlin..) ->

Gigantisch toller Teamworx-Trailer "Die Luftbrücke"->

Teamworx-Trailer: Hunt for Troy Der geheimnisvolle Schatz von Troja->

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Sonntag, Dezember 16, 2007

Filmszenen I ..wie bin ich? ..ungeduldig. labil. - - klug....! in: Der Feuerteufel Teil 4A. Heino Ferch - Peter Bender. Regie: Curt. Faudon, 1998-99






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Vor der Szene

Bender hat den dienstlichen Auftrag, Lena Polizeischutz zu gewähren. Trotz Bewachung durch Polizisten platziert der Feuerteufel einen zweiten Kassiber in Lenas Briefkasten.

Zwei weitere große Brandanschläge werden verübt.

Bender und Lena erleben sie direkt vor Ort mit.
Bender rettet Lena das Leben.

Die Ereignisse schweißen den Polizisten und die Lady immer mehr zusammen.

Lena Schubert duzt Peter Bender seit dem zweiten Brandanschlag.

Für Peter Bender wird der Auftrag, Lena zu schützen, zunehmend zu einem persönlichen Anliegen. Er gibt sich darüber keine Rechenschaft ab. Wir aber können sehen, er mag diese kühle dunkelhaarige Frau immer mehr.

Lenas emotionale Distanz bleibt beinahe konstant, bis, ja, bis….

Die Szene

Bender geht offensichtlich mittlerweile bei Lena ganz informell ein und aus, denn als er jetzt Lenas Küche betritt, sieht es aus, als wäre er schon oft durch diese Tür gekommen, die im übrigen offen steht.

Er scheint die Treppen hochgerannt zu sein. Lena sitzt auf dem Küchentresen, trinkt ein Glas Rotwein. Sie ist guter Laune.

Es ist Sommer, warm. Lena trägt ein ärmelloses T-Shirt mit Spaghetti-Trägern, hautenge Stoffhosen, Peter Bender wieder mal einen seiner grauingrau Sweater.

Man ist jetzt so vertraut miteinander, dass Bender sich ein Scherzchen erlauben kann. Lena hatte wohl gekocht. Bender spürt den Geruch. Fragt:

Hat´s gebrannt?

Lena geht nicht darauf ein, streckt Peter Bender sofort ein leeres Glas entgegen, er soll es sich nehmen:

Mmhh! Auch´n Glas?

Bender:

Ja, danke!

Er greift zur Weinflasche, die neben Lena auf dem Tresen steht, zieht sie in einem eleganten Bogen zu sich her und gießt ein. Er blickt auf das Glas, als er fragt:

Was war denn los?

Wir sehen, dass Lenas Haltung sich geändert hat. Sie lächelt Peter an.

Er sieht das nicht, geht zum Küchentisch. Lenas Blick streift dabei schnell, aber deutlich sichtbar über seinen Rücken hinab zu seinem…. - seinen Oberschenkeln. Bevor Peter sich wieder zu ihr dreht, verdeckt sie ihr Gesicht mit ihrem Glas, nimmt einen Schluck.

Bender: Krüger hat sich gestellt.

Lena zögert, begreift -

Also doch!

Sie stützt sich mit der Hand auf den Tresen, drückt den Arm durch. Wir sehen ihre na c k ten Schultern im Licht.. Bender sieht das nicht.

Bender: ...das glaub´ich nich´

Er ist zum Fenster gegangen. Lena sieht ihn von hinten. Wir blicken in ihr Gesicht. Ihr scheint zu gefallen, was sie sieht: Peters Rücken.

Lena: Intuition…?

Mhm. Bender nickt. Er blickt auf die Straße hinaus.

Als Lena sagt: Schön! können wir annehmen, sie meint damit nicht nur Benders Intuition.

Bender: Gehört zu mei´m Beruf..

Bender dreht sich Lena zu. Überraschend schnell.

Lena hebt ihr Glas, als toaste sie Bender zu. Aus der Toastgeste wird während sie spricht, eine normale Argumentationsgebärde. Dann nimmt sie wieder einen Schluck aus dem Glas…

Lena: Menschen zu beurteilen…

Bender, sachlich:

Ich beurteile keine Menschen, sondern deren Verhalten.

Hinter jedem Verhalten steckt ein persönliches Bedürfnis.

Lena stellt das Glas neben sich auf den Tresen. Sie stützt sich - die Arme durchgedrückt - im Schritt auf dem Tresen ab. Dazu muss sie die Beine öffnen. Ihre Schultern, ihre na ck te n Arme.....

Lena denkt.

Bender geht zum Tisch zurück. Er sieht Lena nicht an.

Lena: ..und was sagt Dir mein Verhalten?

Bender: Höchst unseriös.

Jetzt blickt er zu ihr hinüber. Lena lacht.

Sie lehnt sich zurück. Ihre Schenkel schließen sich wieder. Deutet auf sich selbst.

..ich?

Sie streckt Bender ihr Glas mit dem Rotwein entgegen. Bender kommt näher...


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Kommentar:

Filmkritik:

Der Film hat viel Schönes.

Visuell ist er, wie wir finden, ein Fest. Faudon´s Lichtregie ist interessant, die Farbräume, das Blau, die Symbolik der Kleiderfarben unserer Protagonisten.
Die Kamera zieht uns schneller in eine nähere Beziehung zum Protagonisten als die Protagonistin. Das ist interessant. Peter Benders Charakterzeichnung, leise, mit gradueller Nuancenverschiebung, ist wunderbar.

Die Protagonisten entwickeln, leise, leise, - Gefühle der Zuneigung füreinander, gleichzeitig wächst eine Bedrohung durch die Gefühle des „Feuerteufels“ – diese gegenläufigen Linien sind störungsfrei gezeichnet.

Die Figurenzeichnung allgemein klafft unserer Meinung nach zu weit auseinander. Die Figuren, die Dialekt reden, geraten so zu unfreiwillig komischen Charakteren. Manche Figuren sind so stark überzeichnet, dass ebenfalls unfreiwillige Komik entsteht. (Krüger). Folge: Wir distanzieren uns innerlich.

An verschiedenen Stellen ist die Entwicklung der Dramatik gerade soweit unlogisch, dass unfreiwillige Komik entsteht. Hohe Spannung wird eingeführt und die Lösung ist eine Bagatelle (z.B. der Anrufer in der Fernsehsendung, die Fahrt am Kronleuchter).

Anderes Beispiel: Die Spannung der Fahrt am Kronleuchter wird durch eine Winzigkeit in ihrer Dramatik beschädigt: die Stimmen Sänger auf der Bühne werden von einem Nicht-Sänger „markiert“, wir hören das, konnotieren Persiflage – und distanzieren uns. HFs wunderbarer Darstellung der Angst, abzustürzen - wird der Boden entzogen.

Der Titel Der Feuerteufel enthält intelligenterweise exakt die Lösung des Who´s done it? - Rätsels, leider wirkt er unfreiwillig komisch, genauso, wie der Untertitel Flammen des Todes. Der Genre-Hinweis, den Titel und Untertitel enthalten, deutet auf B-Movies, Horrorgenre, Nosferatu- eine Symphonie des Grauens, Der Wolfsmensch, Frankensteins Braut - Tanz der toten Seelen, Der Feuerteufel – Flammen des Todes. – Sie hören es selbst.


Kommentar2

"unseriös" antwortet Bender auf Lena´s Frage . Unseriös wäre eine Antwort auf Lenas Frage über ihre Persönlichkeit. Eine ähnlich neugierige Frage stellt Juliette Roland dem Anwalt Christian Weller in Der Anwalt und sein Gast, sie will etwas über seine Vorlieben wissen. Weller reagiert mit der Frage: Gehört das in den Fragenkatalog eines seriösen Interviews?

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Samstag, Oktober 27, 2007

Filmszenen I "...Peter Bender - Unser heißer Draht zu den Abgründen der Seele...!" in: Der Feuerteufel. Teil 1.

Heino Ferch - Profiler Bender. Buch: Benedikt Roeskau, Regie: Curt Faudon, 1998-99

von: ignazwrobel

Teaser Film Feuerteufel Flammen des Todes 1998-99

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Filmszenen I "...Peter Bender - Unser heißer Draht zu den Abgründen der Seele...!" in: Der Feuerteufel. Teil 1. Heino Ferch - Profiler Bender. Regie: Curt Faudon, 1998-99

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"...Peter Bender - Unser heißer Draht zu den Abgründen der Seele...!" in: Der Feuerteufel. Teil 1. Heino Ferch - Profiler Bender. Buch: Benedikt Roeskau, Regie: Curt Faudon, 1998-99

Vor der Szene

Wir sehen eine junge Frau. Es ist die Kunsthistorikerin Lena Schubert (Natalia Wörner). Sie kommt die Eingangstreppen des Kunsthistorischen Museums Wien herab auf uns zu, telefoniert per Handy mit einem gewissen Grabowski. Offensichtlich ist sie normalerweise als Fremdenführerin für das Museum tätig. Aber jetzt:

Die Führung hab´ ich abgegeben… ich bin in einer Viertelstunde in Deinem Atelier.

Schnitt.

Im Museum:

Eine Freundin von Lena führt die Reisegruppe durch die Säle.

Wir folgen ein paar Minuten der Gruppe, hören zu.

Aussen:

Lena hilft einer alten Dame die Treppe hoch.

Innen:

Blick von oben durch einen Kronleuchter auf die Gruppe. Die Glühbirnen im Lüster leuchten auf, flackern, überstrahlen – eine Explosion.

Feuerteufel Regie: Curt Faudon

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Feuerteufel - Flammen des Todes

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Aussen:

Über Lena im ersten Stock des Eingangsportals hustet eine Feuerwolke aus dem großen Fenster des Piano Nobile.

Die Explosion von der Straße aus, Menschen werden durch die Druckwelle in die Luft geschleudert, eine gigantische Feuerwalze …

Schreie, Holzpanelstücke fliegen durch die Luft, Wandteile, sogar eine Statue rauscht durchs Bild. Dann Verputzstücke der Außenwand. Warnschreie.

Nach der Druckwelle ist die Luft stauberfüllt. Die Sicht ähnelt der bei Londoner Nebel, brennende Holzteile liegen überall.

Lena und die Frau hatten sich zu Boden geworfen, richten sich langsam auf.

Die Frau, starr, sprachlos. Lena ebenfalls – ihre Augenlider flackern.

Dann nach einigen Sekunden – die Dame:

Was war das?

Schnitt.

Vorspann.

Wir sehen Ausschnitte aus dem Jüngsten Gericht von Hieronymus Bosch. Vor der Schwärze höllischer Finsternis brennen Häuser, nackte Menschlein stürzen, werden von irreal großen Schimären gefoltert, gefressen…

Mitteltafel des Weltgerichtes von Hieronymus Bosch

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Schnitt.

Die Szene

Die Rettungsmannschaft, Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz und ein Sondereinsatzkommando Schwarzhelme an der Stelle der Explosion.

Rauch, Staub, alles im Dunst.

Stimme:

Machen Sie Platz!

..sind die Verletzten.

Die Kamera blickt umher, hierhin, dorthin. Reportagefotografen bei der Arbeit, Gaffer, eine Gruppe Schwarzhelme rennt auf den Eingang zu.

Martinshorn, Polizeimotorräder, am Boden brennende Holzverkleidungen, eine Bahre mit einem offensichtlich schwer Verletzten wird vorbei getragen.

Gleich drei Fernsehreporter vor der versengten Fassade des Museums bei der Arbeit, sie blicken in die Kameras ihrer Sender und erstatten Bericht, man hört sie nebeneinander reden.

Eine Stimme kristallisiert sich heraus.. voice over:

Wer jemals in diesem einzigartigen Museum gestanden hat,

- endlich sehen wir eine Totale des Tatortes, der Boden bedeckt mit Asche und versengtem Material, überall Feuerwehr, weitere Verletzte werden geborgen,

…den müssen die Tränen der Verzweiflung in die Augen schießen bei der Vorstellung, dass es diesen Breughel oder jenen Bosch, der hier verbrannte, nicht mehr gibt.

Mitten in diesem Tohuwabohu fährt eine Limousine heran, hält, ein grauhaariger Herr entsteigt ihr, blickt entgeistert zum ausgebrannten Mittelrisalit:

…Nicht zu fassen.

Voice over des Reporters:

Was die Bombennächte des zweiten Weltkrieges nicht vermochten…

Nah jetzt ein anderer Mann, ein junger Beamter in dunkelgrau.

Herr Hofbauer (offensichtlich ist Hofbauer der Chef der Kripo), da ist noch eine Gruppe Touristen in dem Bau. – eine Gruppe Manager und die Führerin.

In zweiter Reihe, hinter den Kripobeamten.

Die Kamera beginnt, einem unauffälligen Mann zu folgen. Er scheint kurz über Dreissig, in Grau, graues T-Shirt, Grauer Kurzmantel.

Feuerteufel - Regie: Curt Faudon.

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Die Kamera fokussiert ihn, - der Mann blickt ebenfalls zum Piano Nobile hoch, nähert sich Herrn Hofbauer.

Er sieht Hofbauer nicht an.

Genau vierzehn Leute, Chef. Ne Gruppe Industriemanager..

Der Mann gehört also auch zur Kripo.

Schnitt. Die Gruppe Schwarzhelme hat die Treppen erreicht, stürmt in das Gebäude.

Über Funkgerät hören wir mit:

Der Saal ist leer. Nichts von einer Gruppe zu sehen. Kommen.

Wir stehen wieder mitten im Chaos, sehen unseren Mann im grauen Staubmantel zwischen hin- und her eilenden Feuerwehrleuten für einen Moment aus der Totalen. Schwarze Hose, schwarze Schuhe, ruhige Bewegungen.

Er wirkt unangepaßt selbständig. Sieht sich um. Sucht - wie in eigener Regie.

Die Ruhe des Mannes hat fast etwas Mönchisches, Ein Eindruck, der von seiner Kleidung und seiner Haartracht absolut verstärkt wird. - die Haare sind rundum der Wuchsrichtung nach gekämmt. Wir sehen immer wieder auch die kleine Tonsurglatze, die sich an seinem Hinterkopf abzuzeichnen beginnt.

Der schwarzgraue Mantel ähnelt ein wenig einem Benediktinerhabit. Das durchaus jugendliche Alter des Mannes, - knapp über Dreissig- , wird von seiner Ruhe, die reif, abgeklärt, erwachsen, unbeeindruckt wirkt, weit überholt.

Schnitt

Zwei Feuerwehrleute mit Helm und Funkgerät.

Im Gemäldesaal soll die Touristengruppe gewesen sein. Von da ist der Brand ausgebrochen.

Wir sehen den Chef und seine Beamten. Unser Mann hält sich in zweiter Reihe zurück.

Der Feuerwehrmann:

Nicht einmal Leichen?

Antwort:

Keine Hinweise.

Feuerwehrmann:

Wo sind die dann?

Aus dem Walkie-Talkie:

Melde Feuer aus. Ihr könnt jetzt rein.

Alle möglichen Leute setzen sich über die Treppen in Bewegung, Kripo. Feuerwehr, Reporter.

Der Chef der Kripo noch auf der Treppe zu seinen Beamten:

Wo hat es schon einen ähnlichen Anschlag gegeben? Gibt es schon ein Bekennerschreiben? Ich möchte Antworten, …

Unser Mann hält sich immer noch im Hintergrund. Folgt, mit den Händen in den Taschen, den anderen.

Als er unter dem verbrannten Portikus durchgeht, wirft er einen Blick hinauf zum schwarz verschmauchten Obergeschoß.-

Film Der Feuerteufel Regie: Curt Faudon. Buch: Benedikt Roeskau

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Schnitt. Später.

Im ausgebrannten Saal. Dunkel. Ein Lichtkegel vom hohen Fenster her. Die Luft leuchtet bläulich.

Auch hier Staubdunst. Feuerwehrleute räumen auf.

Ein Feuerwehrmann, nah. Er spricht jemanden an, den wir nicht sehen:

Das ist unglaublich – alle Bilder sind weg.

Jetzt tritt der Angesprochene ins Bild: Es ist unser mönchisch wirkender Mann. Wir sehen ihn im Profil. Er wirkt immer noch ruhig, fast meditierend. Trotzdem ist er aufmerksam. Er wirft kurze Blicke hierhin und dorthin.

Etwas später.

Der Kripochef Hofbauer empfängt die Fernsehreporter, gibt Erklärungen ab.

Hofbauer

Wir verdächtigen eine Gruppe internationaler Terroristen. Für solche Anschläge braucht man mindestens vier Leute. Einen Elektroniker, einen Chemiker, einen Kurier, und einen, der sich das ausdenkt.

Für die Reporter – und auch für uns – identifiziert er endlich unseren Mann:

Peter Bender – Leiter der Abteilung Kriminalpsychologie.

Unser heißer Draht zu den Abgründen der Seele.

Bender quittiert die dramatisierende Emphase Hofbauers mit einem leicht genervten Blick, wendet sich wieder weg.

Schnitt.

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1998-99 Heino Ferch (im Alter von 35)... Profiler Peter Bender, Natalia Wörner ... Die Kunsthistorikerin Dr. Lena Schubert, Axel Milberg ... Der Restaurator und Kunsthistoriker Dr. Peter Grabowski, Michael Janisch ... Karl Hofbauer, Chef der Kripo Wien. Buch: Benedikt Roeskau

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