Mittwoch, April 04, 2012

Filmszenen I Fernsehtipp: Master and Commander - The Far Side of The World. Do. 12. April 2012, ORF Eins um 10:15h Russell Crowe - Captain Jack Aubrey

Bildquelle und Bildrechte: 20th Century Fox



Fernsehtipp Russell Crowe:
auf ORF eins,12. April 2012, 10:15h
Der Käpt´n fährt mal wieder: nicht verpassen! - und nicht vergessen, Ölzeuch und´n steifen Grog zum Fernsehen!


Bildquelle russellove.altervista.org
Master und Commander - Bis ans Ende der Welt.

Russell Crowe - Captain Jack Aubrey. (2003) Regie: Peter Weir.




Ein Film wie ein Juwel.

...Das Meer. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1798.

Dies sind die Abenteuer des königlichen Schiffes Surprise, das mit seiner 197 Mann starken Besatzung at The Far Side Of The World unterwegs ist,

um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. ...


Anschauen!!

Infos->

mehr Infos->

Filmkritik 2010 auf mannbeisstfilm.de->




Der Bordarzt Dr. Stephen Maturin bei der Arbeit (Paul Bettany)

- - -

And now for something completely different:
Tweet of the Day














Dancing with the Stars Australia
Danielle Spencer April 2012 - oben: Wiener Walzer unten:
Danielle Spencer Dancing With The Stars 2012 - Jive
Danielle Spencer Dancing With The Stars 2012 - Samba

The Botticelli Venus Hairdo:




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Dienstag, April 03, 2012

Filmszenen I …kann es nur einen Gewinner geben..Teil 2. in: Sommer des Erwachens. Russell Crowe – East Driscoll. Regie: Ann Turner 2008 - 2009






Bildquelle und Bildrechte: South Australian Film Corporation and Harvest Productions
…kann es nur einen Gewinner geben..in: Sommer des Erwachens. Russell Crowe – East Driscoll. Regie: Ann Turner 2008 - 2009
Vor der Szene
Die Mittvierzigerin Grace McAlistair und ihr zwanzig Jahre älterer Gatte Charles McAlistair sind die örtlichen Großgrundbesitzer.
Grace möchte ihrem Gatten eine Überraschung bereiten. Am örtlichen Kleinbahnhof. Man läuft zusammen, der Zug fährt ein, man legt Planken, die Männer halten sich an den Händen, bilden ein Geländer für eine Gasse. Die Güterzugtüren öffnen sich – und die Überraschung hüpft ans Tageslicht. Bildquelle und Bildrechte true-wildlife.blogspot.de
Emus.
Riesige, nervöse Emus, drei Stück. Die Kutschpferde rundum gehen der Reihe nach durch, allgemeines Chaos.
Ein Emu findet das Weite, rennt durch die weite Savanne, den Bush. East schwingt sich blitzartig mit beneidenswerter Sportlichkeit auf sein Pferd und setzt dem Flüchtling nach.
Grace Mc Alistair, obwohl in bodenlangem Damenkostüm, desgleichen.
Aus der Einfangaktion wird bald ein Wett-Ritt. Grace weiss, dass Easts Reitkünste im Dorf raunend bewundert werden – und sie zeigt sich ihm ebenbürtig. Aus einem bestimmten Grund. Sie will den jungen Mann … beeindrucken [she_wants_to_impress_the_young_man]- und: haben, für sich, als Spielzeug.
East weiss davon nichts. Er sieht das unsichtbare Lasso ihrer Absichten nicht auf seinen Hals zufliegen. Er ist von der Frau fasziniert. Großgrundbesitzerin, Herrin, mächtig, frei, unkonventionell und stark und:..an ihm interessiert.
Ein Magnet, viel stärker als die jungen Mädchen im Dorf, die bewundernd ihre bezopften Köpfchen nach ihm heben.
Die Szene
Folgt demnächst. Wir schreiben.
Bildquelle und Bildrechte: South Australian Film Corporation and Harvest Productions



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offtopic

ein ganz besonderes Schmankerl für Cineasten: Ron Howard führt per Handykamera ein ganz persönliches Bildertagebuch vom Filmset von "Rush" mit Daniel Brühl auf seinem Twitter Account "Real Ron Howard" : man sehe und staune....






 



 17. Mai 2012
Achtung Satire! die drei Bilder unten gehören zu einem Bild-Text-Scherz: 


Samstag, März 31, 2012

Filmszenen I …East war anders.. Teil 1 in: Hammers over the Anvil – Sommer des Erwachens. Russell Crowe – East Driscoll. Regie: Ann Turner, 1991 - 92







Bildquelle und Bildrechte: South Australian Film Corporation and Harvest Productions

…East war anders.. Teil 1 in: Hammers over the Anvil – Sommer des Erwachens. Russell Crowe – East Driscoll. Regie: Ann Turner, 1991 - 92

Eine Wasseroberfläche, vielleicht ein Moorteich, vielleicht ein ruhiger kleiner Fluss, braun. Kreise im Wasser, ein paar Blasen schwimmen obenauf.

Plötzlich: eine weisse Fontäne.

Aus der Gischt erhebt sich mit einem Schwung der Oberkörper eines jungen Mannes. Er wirft den Kopf in den Nacken und holt Atem. Er muss eine längere Tauchstrecke hinter sich haben, da er die Luft so gierig einsaugt.

Er hebt die Arme und streift sein nasses Haar zurück. Wasser-Rinnsale glitzern auf seiner jungen glatten Haut, Wasser perlt wie kleine Diamanten über sein Gesicht, Wasser glitzert in den Bächlein, die von seinen Armen abrinnen im Licht.

Die blonden Härchen auf seinen Unterarmen leuchten wie Gold. Sein praller Bizeps spannt sich beim Anwinkeln der Arme so stark, dass er den Unterarm berührt. Er streift mit ein paar Bewegungen Wasser vom Gesicht ab.

Ein junger Mann – ein Bild des Lebens selbst.

So etwas müssen sich die Künstler der Renaissance vorgestellt haben, etwa Sandro Botticelli als er die Geburt des Frühlings aus dem Meer malte. Oder Michelangelo, als er der Geburt des Lebens selbst die Formen eines jungen Mannes gab: Adam.

Schnitt.

Das Ufer des Gewässers. Im Schatten eines Baumes angebunden steht dort ein Pferd. Es sieht dem Badenden zu, nickt mit dem Kopf, wiehert. Es will mitspielen.

Schnitt auf den jungen Mann. Kopf und Schultern. Er lacht. Das Leben selbst lacht. Neben ihm ein zweites Pferd im Wasser, nass wie er.

Er nimmt das Pferd beim Halfter, streicht ein paar Mal über dessen Hals. Wir sehen, da ist noch ein drittes Pferd, ein viertes. Wir hören ihn sagen

Ein braves Mädchen bist du.

Der junge Mann dreht sich um, schaufelt Wasser auf die Flanken des vierten Tieres. Licht streift über seinen Nacken und Schultern, Streiflicht zeigt das Spiel seiner Muskeln unter der Haut, noch immer Michelangelo, noch immer Sixtina, uno degli Ignudi.

Totale, vom Ufer auf die Pferdeschwemme. Zwei der Tiere stehen nebeneinander. Der junge Mann, wir werden bald erfahren, er ist Bereiter, horsebreaker, wie man in Australien sagt, schwingt sich liegend quer über die beiden Tiere.

Er nutzt den Rücken des ersten als Aufstieghilfe und setzt sich auf den Rücken des zweiten. Wir sehen ihm und den drei Pferden noch eine Weile zu. Pferd und Reiter schwimmen quer zum Fluss zu uns, gleich werden sie das Ufer erreicht haben.

Aus dem off die Erzählerstimme. Ein Junge.

Es ist schwer, als Kind nur unter Männern zu leben. Wie man es auch dreht, sie sind immer der Chef.

Das Pferd hat jetzt Grund unter den Hufen, der Mann nimmt das Tier wieder unter sich, greift nach dem Zügel, taucht bis zu den Knien aus dem Wasser auf.

Wir beobachten das Spiel von Pferd und dem Reiter in seiner arkadischen Nacktheit fasziniert, so fasziniert, wie man von wilden Tieren in der Natur ist. Das hier ist nicht: hie Tier, dort Mensch. Das ist das unbeschwerte Spiel von Lebewesen in einer Art Paradies.

Erzähler:

Sie lassen uns unten im Dunkeln, während sie mit dem Kopf immer im Licht stehen. Hin und wieder greifen Sie uns und heben uns hoch. Wie Krabben.

Schnitt.

Der Erzähler halbnah, ein Junge, vielleicht vierzehn Jahre alt. Er liegt im hohen gelben Gras und sieht der Szene zu.

Schnitt.

Die Pferdeschwemme. Der Mann krault jetzt neben seinen Tieren her, Menschenkopf neben Pferdekopf. Wasser gischtet weiss, die nassen Rücken der Tiere glänzen wie frischer Lack im Sonnenlicht.

East war anders. Er hielt nichts vom Chefsein.

Schnitt auf das angebundene Pferd. Es will immer noch unbedingt mitspielen, jetzt läuft es am kurzen Zügel fröhlich und unruhig im Kreis, es will ins Wasser.

Schnitt auf East. Er sitzt wieder auf seinem Pferd. Er und er die kleine Herde erklimmen die Uferböschung.

Er reitet zu dem wartenden Tier, löst mit einem Griff das Halteseil aus den Zweigen und verschwindet mit den Pferden aus dem Bild.

Schnitt auf den Jungen. Er steht mühsam auf – er hatte Kinderlähmung - und lächelt der Pferdegruppe nach. East und die Tiere galoppieren in Viererformation durch die nahe Furt zum Ufer auf der anderen Seite.

Erzähler:

Er lebte allein mit seinen Pferden. Ganz allein.

Das Donnern der Hufe auf dem Feldweg, die weiten, frei schwebenden Bewegungen des Galopp, Schweife und Mähnen im Wind, der Mann und die Pferde, die ganze Gruppe - einfach schön.

Die Bäume der ersten Kurve entziehen die Gruppe unseren Blicken.

Das Pferdebad ist beendet.

1992 – 93 Russell Crowe (im Alter von 28) – East Driscoll, der Pferdebereiter, Alexander Outhred -Alan Marshall, der Erzähler, Charlotte Rampling – Grace McAlister, die reiche Lady.

English version by bing translator ->

Freitag, März 30, 2012

Filmszenen I ..des is so passiert...in. Baching. Teil 4. Marisa Burger - Gabi. Regie. Matthias Kiefersauer, 2008-09


Bildquelle und Bildrechte: movienet-Film, Tellux Film und Eurovideo Filmverleih

Vor der Szene
Berhard Stemmer möchte unbedingt versuchen, seinen Zorn, seinen inneren Druck abzubauen.
Er will, ganz im christlichen Sinne, seinem Schuldner verzeihen.
Beni soll hören: „ich hab´ Dir verziehen“. Deshalb lädt Bernhard ihn an einem Abend zu sich nach Hause ein.
Die Begegnung verläuft verkrampft, Beni kann den Satz nicht annehmen, und dann läutet auch noch plötzlich Gabi an der Tür.
Schnell wird Beni versteckt, im Nebenzimmer. Gabi soll nicht sehen, dass der Mörder ihres Kindes im Privatbereich des geschiedenen Paares ist.
Gabi geht auf der Suche nach ihren Rollerblades in Lena´s Kinderzimmer. Ausgerechnet hier steht Beni. Gabi erleidet einen Schock. Und läuft fort.
Wochen später versucht das Ex-Ehepaar, beide Lehrer, beide täglich in denselben Räumen unterwegs, einen Annäherungsversuch.

Du derfst mia ned imma so weh doa.
Du darfst mir nicht immer so weh tun.

sagt Gabi.
Beide umarmen sich, halten sich aneinander fest. Zwei Menschen, derselbe Verlust, derselbe Schmerz. Sich aneinander festhalten tröstet. Kurzfristig.
Man verabredet sich ins Kino, der Film ist lustig, eine Komödie, endlich lacht man mal wieder, die zwei verlassen das Kino hoch gestimmt. Wir fühlen: Bernhard erhofft sich eine Rückkehr seiner Frau in´s gemeinsame Haus.
Die Szene
Vor dem Neues Rex in der Agricolastrasse in München. Sommerabend. Der Film ist aus. Die großen Glastüren des Hauptausgangs sind geöffnet und spucken Kinogänger aus. Nach links, nach rechts, nach vorn.
Vorne bei uns laufen Gabi und Bernhard. Beide lächeln noch, der Schluß der Komödie war witzig.
Gabi ist, wie immer, gut angezogen, ein gelbes Ensemble, türkisblaue Halskette, sorgfältig geschminkt, großes Make Up mit glutroten Lippen; leichte Sommersandalen klackern mit diesem typisch emsigen Geräusch über das Kopfsteinpflaster, das sagt: Meine Besitzerin ist gertenschlank und federleicht.
Bernhard muss sich einen Ruck gegeben haben, denn er hat sein graubraungrünes Schlammfarben-Jacket tatsächlich mit einem frisch gewaschenen hellgelben Poloshirt konfrontiert. Passt nicht, aber der gute Wille zählt als Tat.
Small Talk. Eine Bemerkung.
Beide laufen jetzt schweigend neben einander her. Gabi wird langsamer, bleibt stehen. Wir gehen mit Bernhard noch ein kleines Stück weiter. Bernhard ahnt noch nichts. Unser Blick geht zurück, an Bernhard vorbei: Wir lesen in Gabi´s Gesicht, dass sie etwas auf dem Herzen hat.
Bernhard bleibt auch stehen, dreht sich jetzt nach Gabi um. Wo bleibt sie denn.
Gabi ist steif. Als sie
Bernhard!
sagt, so hart, mit ansteigender Stimme, klingt das gar nicht gut. Ärger ist in der Luft.
Sie macht zwei Schritte auf ihn zu, jedes Mal nervöser Lidschlag. Sie steht ganz dicht vor ihm, als sie sagt:
Ich bin schwanger.
Schnitt. Close up Bernhard. Wir sehen, er kann nicht glauben, was er hört. Sein Blick wandert zwischen ihren Pupillen hin und her, er muss feststellen, ob sie wirklich die Wahrheit sagt.
Ja. Keine Taktik. Bernhard atmet ein, dann die Frage:
Vo wem?
Von wem?
Gabi geht nicht weiter darauf ein, - von Feller natürlich.
Des isso passiat, i woids dia söiba sagn, so früh wia möglich.
Das ist so passiert, ich wollte es Dir selbst sagen – so früh wie möglich.
Bernhard kann gar nichts mehr erwidern. Er ist schockiert. Dreht sich ruckartig weg und will zu rennen anfangen. Gabi hält seinen Arm fest, weinerlich.
Bernhard, bitte…..
Bernhard schleudert die Hand seiner Ex-Frau ab.
Schnitt.
Wir stehen am Straßenrand, auf der Beifahrerseite von Bernhards Wagen. Der blaue Lack des alten Ford ist voller Wassertropfen, das Kopfsteinpflaster der Straße dahinter glänzt nass. Es hatte geregnet, als die beiden im Kinosaal waren.
Wir sehen Bernhard auf uns zukommen.
Schnitt. Gabi very close up.
Ihr Blick immer noch zum Weinen bereit, ängstlich, jetzt auch ehrlich besorgt um Bernhard´s Gesundheit. Er hat sich in Zorn und Schock an das Steuer gesetzt, eigentlich ist er nicht fahrtüchtig.
Wir hören, der Wagen wird gestartet.
Schnitt.
Wir wieder auf der Beifahrerseite auf dem Trottoir, sehen gerade noch, wie der Wagen anfährt, die Reifen quietschen, dann stehen Gabi und wir allein auf dem Platz vor dem Neuen Rex.
Sie ruft ihm noch nach:
I hob doch a Angst davoa.
Ich habe doch auch Angst davor.
Du deafst mia ned imma so weh doa. Du darfst mir nicht immer so weh tun, hatte sie gerade noch gesagt.
Jetzt hat sie ihm weh getan: ein Kind. Ein neues Kind dreht das Rad der Zeit weiter. Ein neues Kind setzt Weichen, ein neues Kind bestimmt eine neue Zukunft. Mit Feller. Nicht mit ihm, mit Bernhard.
Schnitt.
Dunkelheit. Wir ahnen eine Landstraße, die Stämme einer alten Allee, als die Scheinwerfer von Bernhards Wagen zwei Lichtflecken zeichnen, die durchs Bild wandern. Die Flecke bewegen sich, weiter, weiter, jetzt kommt eine Kurve, - auf uns zu, - der Asphalt glänzt nass.
Bernhard nah, am Steuer.
Er weint. Jetzt weint er. Jetzt endlich.
Er fährt, er steuert ein Automobil, er fährt eine Landstrasse entlang, er schließt im Schmerz die Augen. Lang. Er hält seine Augen lange geschlossen.
Viel zu lang, um den Straßenverlauf noch verfolgen zu können. Wir fühlen, er will es jetzt darauf ankommen lassen. Wenn er jetzt – wenn er jetzt einen Baum trifft… das wird ein Unfall sein, das ist dann nicht mal Selbstmord.
Er weint, die Augen geschlossen.
Er wiederholt genau dasselbe Verhalten, das sein Kind getötet hat: führen eines Autos auf öffentlichen Straßen im Zustand der Fahruntüchtigkeit.
Schuld, Schmerz, neue Schuld, neuer Schmerz….ein nächtlicher Fussgänger, ein Jogger, ein Fahrradfahrer. Keine Chance. Bernhard läßt es darauf ankommen.
Mit geschlossenen Augen Auto fahren. Tränen-Schleier – vielleicht ahnt er noch den Verlauf der Straße – einen Menschen würde er nicht sehen. Zumindest nicht rechtzeitig.
Wie eigenartig. Opfer werden zu potentiellen Tätern und Täter zu potentiellen Opfern.
Schmerz und Schuld, eng verbunden, wie zwei Waagschalen, Waagschalen der Gerechtigkeit.
Justizia ist blind.
2008-09 Marisa Burger – Gabi Stemmer, Michael Fitz – Bernhard Stemmer.

Donnerstag, März 29, 2012

Filmszenen I .. Es gibt Sachen im Leben, die verstehen wir nicht... Teil 3. Baching. R.: M. Kiefersauer 2008-09



Bildquelle und Bildrechte: movienet-Film, Tellux Film und Eurovideo Filmverleih

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.. Es gibt Sachen im Leben, die verstehen wir nicht... Teil 3. in: Baching. Regie: Matthias Kiefersauer 2008-09

Friedhof.

Dichtes Blattgrün, eine Reihe Grabsteine, bunte Blumen als Grabdekoration, vorne bei uns das schon bekannte Grab mit dem großen Kieselstein und der roten Windraderl.

Bernhard Stemmer steht davor, sieht auf „sein“ Grab nieder, so wie wir alle an Gräbern unserer Angehörigen stehen, wenn wir die Grabpflege beendet haben; die Blumen sind auch heute wieder gegossen, das Beet geharkt.

Noch ein Blick auf die Grabstelle, ein Gedanke an den Verstorbenen, dann werden wir wieder gehen.

Bernhard nah, wir blicken aus tiefer Position nach oben in sein Gesicht, ein trauriges, ein verschlossenes Gesicht.

Eine Hand schiebt sich ins Bild, legt sich auf Bernhard´s Schulter.

Die Kamera fährt etwas zurück, wir sehen den Besitzer der Hand, es ist der Benediktinermönch Bruder Johannes (Johannes Herrschmann) der Religionslehrer der Schule.

Bernhard, blickt weiter auf das Grab:


Ich kann ned weinen Johannes. Keine einzige Träne seit sie tot is.

Ich kann nicht weinen, Johannes. Keine einzige Träne seit sie tot ist.

..s´kommt einfach nix.

Es kommt einfach nichts.


Pause.

Johannes, er hat seine Hand noch immer auf der Schulter von Bernhard:


Darauf kommt´s nicht an.

Darauf kommt es nicht an.


Bernhard fährt herum, blickt Johannes fast zornig an und entzieht ihm seine Schulter. Sofort beugt er sich nieder und holt hinter dem Grabstein ein Gärtnerwerkzeug hervor, einen kleinen blauen Rechen.

Er will wohl die Erde glätten. Bernhard bleibt in er Hocke, der Rechen wandert von der Linken in die Rechte, wird aber nicht benutzt, oder nur zum Gestikulieren. Fünf scharfe Zähne des Rechens deuten auf Bernhard.


Woast…

..ich hab´oafach des Gfui, i hab ned genügend aufgepasst auf sie. …

Weisst Du,

..ich habe einfach das Gefühl, ich habe nicht genügend auf sie aufgepasst…


Bruder Johannes. Close up von unten, er blickt zu Bernhard nieder. Freundliches Gesicht.

Wir hören wie Bernhard weiter spricht.


Ich war gar ned dabei…

Ich war gar nicht dabei.


Schnitt auf Bernhard. Jetzt harkt er mit kurzen hektischen Harkstrichen auf der Erde herum.


..als des passiert is. I woa hint´n im Gart´n und bin am Grill g´stand´n.

..als das passiert ist. Ich war hinten im Garten und bin am Grill gestanden.

Aba i hab des Auto komma hean…

Aber ich habe das Auto kommen hören…


Er richtet sich auf, scheint zu lauschen, er scheint das Auto noch einmal zu hören.

Er bestätigt, was sein inneres Ohr hört. Ein Auto, das sich nähert.


..i hob´s komma hean.

Ich habe gehört, wie es näher gekommen ist.


Er denkt, schüttelt den Kopf, redet:


..und dann hat´s den Schlag doa.

Soan…

Soan dumpfen Schlag.

Und dann gab es diesen Schlag.

So einen, …einen dumpfen Schlag.


Seine Augen wandern unruhig hin und her vor dem Bild in seiner Erinnerung.

Pause.

Er schüttelt wieder den Kopf.


I wollt´ doch imma a Kind, warum hob i ned bessa aufbasst?

Ich wollte doch immer ein Kind haben, warum habe ich nicht besser aufgepasst?


Seine Frage ist drängend, drängend, zornig - gegen sich selbst und gegen alles. Er wirkt, als erwarte er von Johannes stellvertretend eine Antwort. Warum musste das passieren. Warum haben sich die Dinge so ergeben? Warum?

Bruder Johannes nah, noch immer blickt er zu Bernhard hinunter:


Du machst Di kaputt, Bernhard. Soiche Fragen bringa de ned weida.

Du machst Dich kaputt, Bernhard. Solche Fragen bringen Dich nicht weiter.


Hinter Bruder Johannes Kopf bewegen sich die großen Äste der alten Bäume mit ihren Millionen Blättern wie Wogen im Wind.

Bernhard nah, verkrampft, wütend:


Ja, was bringt mi denn weida?

Ja, was bringt mich denn weiter?


Er atmet sichtbar.


Die Liebe?

Die Liebe?


Er zuckt ungeduldig die Schultern. Wir sehen, dass ein Mann, der so sehr zornig ist über seine Situation, nicht zu Gefühlen wie Liebe fähig sein wird.

Er weiss das auch. Wieder zuckt er die Schultern.


Welche denn?

Welche denn?


Johannes langsam, aber freundlich und zugewandt trotz der harten Worte.


Mhm… Du willst imma ois kontrollian.

Mhm… Du willst immer alles kontrollieren.


Schnitt auf Bernhard. Kopf und Schultern. An seinen Bewegungen lesen wir ab, dass er wieder im Beet harkt.

Johannes aus dem off:


..aba du kämpfst gega wos wos steaka is wia Du.

Aber Du kämpfst gegen etwas an, das stärker ist als Du.

Es gibt Sacha im Lebn…die vaschdehn mia ned.

Es gibt Sachen im Leben, … die verstehen wir nicht.


Jetzt sicher und stark:


Aber sie folgen einem göttlichen Plan.

Aber sie folgen einem göttlichen Plan.


Schnitt.

Totale. Der Mönch. Die Gräber. Bernhard, der verkrampft und zornig vor dem Grab seiner Tochter kniet. Seine Linke liegt auf dem Grabstein, dicht bei Lena´s Namen.

Bernhard steht auf.


Ja, und…

Wia schaugt der aus, der Plan, füa mi?

Ja, und…

Wie sieht der aus, der Plan für mich?


Bernhard baut sich geradezu auf vor Bruder Johannes. Jetzt will er etwas Gescheites hören. Wir können das Gesicht des Mönches nicht sehen, wir verstehen, hier fragt ein Mensch direkt bei Gott an: was soll das alles?


Bildquelle und Bildrechte: movienet-Film, Tellux Film und Eurovideo Filmverleih


Der Mönch ist nur der Bote. ER sagt:


Guad.

Gut.


Bernhard schüttelt sofort den Kopf und will wegrennen.


Johannes:


Glaubmers Bernhard.

Glaube es mir, Bernhard.


Bernhard läßt den Mönch stehen und eilt über den Kiesweg davon.

2008-09 Michael Fitz – Bernhard Stemmer, Johannes Herrschmann Bruder Johannes, der Religionslehrer.